Die Kaufhauskette Galeria hat zum vierten Mal binnen sechs Jahren Insolvenz angemeldet. Der Antrag auf Insolvenz sei am Freitagvormittag beim Amtsgericht Düsseldorf eingegangen, sagte eine Sprecherin des Gerichts.
Die Kaufhauskette Galeria hat zum vierten Mal binnen sechs Jahren Insolvenz angemeldet. Der Antrag auf Insolvenz sei am Freitagvormittag beim Amtsgericht Düsseldorf eingegangen, sagte eine Sprecherin des Gerichts. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi beklagte die "völlige Ungewissheit für die 12.000 Kolleginnen und Kollegen" in den 83 verbliebenen Filialen.
Die Kaufhauskette war zuletzt im Zuge der Insolvenz des österreichischen Mutterkonzerns Signa in Schwierigkeiten geraten. Nach dem dritten Insolvenzantrag vom Januar 2024 übernahm ein Konsortium aus der US-Investmentgesellschaft NRDC Equity Partners und der Beteiligungsfirma BB Kapital SA des Unternehmers Bernd Beetz Galeria. Die neuen Eigentümer strichen unter anderem die Namen Kaufhof und Karstadt und verlegten den Verwaltungssitz von Essen nach Düsseldorf.
Der österreichische Investor René Benko, dem zeitweise unter anderem die Warenhauskette Galeria und das Luxuskaufhaus KaDeWe in Berlin gehörten, verbüßt derzeit wegen Betrugs eine Haftstrafe.
Zu den Umständen des neuerlichen Insolvenzantrags habe Galeria keine Angaben gemacht, bemängelte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer. Zu der Entwicklung hätten "haarsträubende Managementfehler" geführt. "In den letzten Jahren sind durch die Gesellschafter keine nachhaltigen Investitionen geflossen." Nun müsse schnell geklärt werden, wie es für die 12.000 Beschäftigten weitergeht. "Die Beschäftigten brauchen jetzt einen Plan für die Zukunft und keine Nebelkerzen!"
Im Juli hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass 33 der 83 Standorte auf der Kippe stehen. Galeria habe für 33 Filialen "intensive Verhandlungen über Mietkautionen und Flächenanpassungen" aufgenommen, hieß es. Verhandlungen mit den Vermietern seien "einer von sechs strategischen Hebeln" einer im Juni beschlossenen strategischen Neuausrichtung des Unternehmens. Ziel sei es, für die 33 Standorte "zeitnah eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive zu entwickeln".
