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Bonn (dts Nachrichtenagentur) - Die Deutsche Post wird das Briefporto im kommenden Jahr wohl um durchschnittlich rund 20 Prozent erhöhen dürfen. Das hat die Bundesnetzagentur vorläufig entschieden. Beim aktuellen Preis für den Standardbrief von 95 Cent würde das einer Erhöhung auf 1,14 Euro entsprechen.
Bei den Paketpreisen für Privatkunden ist geplant, eine Erhöhung um gut 10 Prozent zu erlauben. Wie die Post die Spielräume bei der Preissetzung für die konkreten Produkte nutze, obliege aber ihrer unternehmerischen Entscheidung, teilte die Bundesnetzagentur am Montag mit. Es sei möglich, die Preise einzelner Produkte stärker und andere wiederum schwächer anzuheben.
Bis Ende Oktober können die Deutsche Post, aber auch Wettbewerber und Verbraucherschutzorganisationen den geplanten Spielraum für Preiserhöhungen kommentieren. Die finale Entscheidung im sogenannten "Price-Cap-Maßgrößenverfahren" soll voraussichtlich im November veröffentlicht werden. Die neuen Porto-Preise müssen dann auch noch in einem sich anschließenden Entgeltverfahren genehmigt werden und sollen ab dem 1. Januar 2027 für zwei Jahre bis zum 31. Dezember 2028 gelten.
Hauptgrund für die Höhe des Preissetzungsspielraums ist der deutliche Rückgang der Sendungsmengen im Briefbereich. Die Gründe dafür liegen in der fortschreitenden Digitalisierung, wie zum Beispiel die zunehmende Verlagerung der Kommunikation auf digitale Kanäle durch Unternehmen, Verwaltungen und Verbraucher, aber auch die verpflichtende Einführung elektronischer Rechnungen ab 2028 für Unternehmen. Rückläufige Sendungsmengen führen zu steigenden Stückkosten.
