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"Wir meinen: Es reicht": Alice Schwarzer stellt Magazin "Emma" ein

  • AFP
  • In POLITIK
  • 21. Oktober 2026, 09:52 Uhr
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Alice Schwarzer Bild: AFP

Alice Schwarzer stellt ihr feministisches Magazin 'Emma' ein. 'Nach 50 Jahren und 398 Ausgaben mit 36.584 Seiten verlässt 'Emma' die Bühne', teilte die Frauenrechtlerin am Mittwoch in Köln mit.

Alice Schwarzer stellt ihr feministisches Magazin "Emma" ein. "Nach 50 Jahren und 398 Ausgaben mit 36.584 Seiten verlässt 'Emma' die Bühne", teilte die Journalistin und Frauenrechtlerin am Mittwoch in Köln mit. Die kommende Ausgabe, die ab dem 27. Oktober am Kiosk sein soll, sei die vorletzte. Die Ausgabe vom 8. Dezember werde dann die letzte sein. 

"Wir gehen nicht aus ökonomischen Gründen", betonte Schwarzer. Die Auflage sinke zwar, aber die Einnahmen deckten immer noch die Ausgaben, zudem gebe es ein finanzielles Polster. "Nein, wir gehen, weil wir meinen: Es reicht! 'Emma' hat über drei Feministinnen-Generationen die Stellung gehalten, hat allen Moden widerstanden und gegen so manchen Unsinn im Namen des Feminismus Stellung bezogen. Also gestattet: Jetzt sind wir ermattet."

In den vergangenen 50 Jahren habe "Emma" Deutschland ein Stück weit verändert, erklärte Schwarzer. Sie habe das Bewusstsein von Frauen wie Männern beeinflusst, ob sie "Emma" lasen oder nicht. Die Zeitschrift habe informiert, aufgeklärt, analysiert und provoziert. "Sie hat Debatten angestoßen, Gesetze geprägt und Menschen ermutigt. Rebellische Mädchen wurden ab 1977 auf dem Schulhof gerne Emma (oder Alice) genannt." 

Das Archiv der "Emma" werde in den Bestand des Deutschen Literaturarchivs Marbach übergehen, kündigte Schwarzer an. Dort werde es ab 2029 Interessierten, Medien und Forschenden offenstehen. "Ein halbes Jahrhundert Making Of dieses Abenteuers des Machens eines feministischen Magazins und die sich darin spiegelnde Geschichte der Frauen steht zur Erforschung bereit."

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