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Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Am Donnerstag hat der Dax nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.371 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. An der Spitze der Kursliste rangierten Qiagen, Merck und SAP, am Ende Siemens Energy, Infineon und Hochtief.
"Es wird ungemütlich an der Börse. Die Nervosität der Anleger steigt", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. Immer mehr Unternehmen scheiterten selbst an den bereits gesenkten Erwartungen und würden dafür von der Börse konsequent abgestraft. "Die enttäuschenden Zahlen des französischen Luxusgüterkonzerns Hermès belasten den gesamten Sektor. Auch SAP kann aus überzeugenden Quartalsergebnissen kein Kapital schlagen. Stattdessen nutzen Investoren die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen."
Anleger ließen sich selbst von überzeugenden Quartalszahlen kaum noch zu neuen Aktienkäufen bewegen, so Lipkow. Stattdessen setze sich zunehmend das Motto "Sell on Good News" durch. "Positive Unternehmensmeldungen werden nicht mehr als Einstiegssignal verstanden, sondern als Gelegenheit, Gewinne mitzunehmen und Risiken abzubauen. Das ist ein deutliches Warnsignal für die Verfassung der Aktienmärkte."
Im Mittelpunkt der Sorgen steht dem Analysten zufolge der anhaltend hohe Inflationsdruck. "Die steigenden Energiepreise bringen sowohl die Verbraucher als auch die Notenbanken zunehmend in Bedrängnis. Während den Konsumenten am Monatsende immer weniger Geld für zusätzliche Ausgaben bleibt, wächst bei den Währungshütern der Druck, einer weiteren Verfestigung der Inflation frühzeitig entgegenzuwirken." Damit drohe den Unternehmen eine doppelte Belastung: "Die Finanzierungskosten bleiben hoch oder steigen weiter, während gleichzeitig die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen nachlässt."
Besonders gefährlich sei diese Entwicklung, weil die Auswirkungen der hohen Energiepreise erst mit Verzögerung in der gesamten Wirtschaft ankämen. Die Verbraucher reagierten mit Kaufzurückhaltung, Unternehmen müssten ihre Kosten stärker kontrollieren und die Notenbanken verlieren den Spielraum für eine lockerere Geldpolitik. "Aus einem Energiepreisschock könnte so zunehmend ein handfestes Wachstumsproblem werden", sagte Lipkow.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagnachmittag schwächer: Ein Euro kostete 1,1201 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8928 Euro zu haben.
Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 17 Uhr deutscher Zeit 111,00 US-Dollar; das waren 2,0 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
