Nach dem schweren Zugunglück in Spanien arbeiten die Behörden unter Hochdruck an der Identifizierung der mindestens 69 Todesopfer. Regierungschef Pedro Sánchez sagte, alle staatlichen Stellen würden 'unermüdlich' daran arbeiten.
Nach dem schweren Zugunglück in Spanien arbeiten die Behörden unter Hochdruck an der Identifizierung der mindestens 69 Todesopfer. Regierungschef Pedro Sánchez sagte am Freitag nach einem Treffen mit Einsatzkräften nahe der Gemeinde Urda, alle staatlichen Stellen würden "unermüdlich" daran arbeiten, "so schnell wie möglich" Klarheit für die Angehörigen zu schaffen. Die Opferfamilien würden informiert, sobald ein Toter identifiziert sei.
Bei dem Zusammenprall zweier Hochgeschwindigkeitszüge am Mittwochmorgen südlich von Madrid in der Region Kastilien-La Mancha waren mindestens 69 Menschen ums Leben gekommen und Dutzende weitere verletzt worden. Regionalpräsident Emiliano García-Page sagte am Freitag: "Wir schließen nicht aus, dass es noch mehr Tote gibt."
Die Einsatzkräfte hätten nicht nur "vollständige" Leichen geborgen, sondern auch viele Leichenteile, sagte García-Page. Diese würden mehr als 30 Säcke füllen. "Für die Identifizierung ist das unglaublich komplex", sagte der Regionalpräsident.
Viele Opferangehörige haben DNA-Proben abgegeben und warten in der nahegelegenen Stadt Toledo, wo die Leichname untersucht werden, auf die Ergebnisse der Identifizierung, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP vor Ort berichtete. Derweil arbeiten Helfer an der Unfallstelle weiter mit schwerem Gerät, um die entgleisten Waggons der beiden Züge zu bergen und nach möglichen weiteren Opfern zu suchen.
Ein Hochgeschwindigkeitszug der spanischen Staatsbahn Renfe war am Mittwochmorgen nach einem Ausfall des automatischen Leitsystems auf einen stehenden Hochgeschwindigkeitszug des privaten Anbieters Iryo geprallt. Die Leitstelle hatte dem zunächst gestoppten Renfe-Zug die Erlaubnis zur Weiterfahrt mit normaler Geschwindigkeit gegeben, obwohl der Iryo-Zug seine Fahrt nicht wieder aufgenommen hatte. Warum dies passierte, ist noch unklar.
Der Zusammenstoß war bereits das zweite schwere Zugunglück in Spanien in diesem Jahr. Bereits im Januar waren auf derselben Trasse zwischen Madrid und Sevilla 46 Menschen bei der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge ums Leben gekommen.
Nach dem Unglück fordern viele Spanier Aufklärung und stellen die Sicherheit des Bahnnetzes in Frage. Einen Monat vor den vorgezogenen Neuwahlen vom 29. November stehen Ministerpräsident Sánchez und seine linke Minderheitsregierung unter massivem Druck.
