Nach den 'GenZ'-Protesten vom Wochenende hat Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) dazu aufgerufen, die Interessen jüngerer Menschen stärker zu berücksichtigen. 'Das sind genau die Debatten, die wir jetzt führen müssen', sagte sie dem RBB.
Nach den "GenZ"-Protesten vom Wochenende hat Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) dazu aufgerufen, die Interessen jüngerer Menschen stärker zu berücksichtigen. "Das sind genau die Debatten, die wir jetzt führen müssen, die auch die jungen Menschen sehr zurecht einfordern", sagte Prien am Montag im Sender RBB. Sie wies darauf hin, dass dafür auch ältere Generationen etwas abgeben müssten.
"Das Problem ist natürlich immer, Besitzstände abzubauen zugunsten einer nächsten Generation", räumte Prien ein. "Das ist kein ganz leichter Vorgang in einem demokratischen System." Sie plädiere jedoch schon seit einiger Zeit dafür, "dass auch die Boomer- und die jetzige Rentnergeneration auch zugunsten der Jungen an der einen oder anderen Stelle zurückdreht mit ihren Ansprüchen". Als Beispiel verwies Prien auf die anstehende Rentenreform.
Die Familienministerin machte in dem Interview auch deutlich, dass sie jedoch nicht alle der aus der sogenannten Generation Z erhobenen Forderungen unterstütze. "Ich habe zum Wehrdienst, zum Gesellschaftsdienst eine andere Haltung", sagte die CDU-Politikerin. Es sei jedoch wichtig, über all diese Themen offen zu diskutieren. "Die jungen Leute haben ein Recht darauf, dass wir uns diesen Fragen stellen", betonte Prien. Es sei wichtig, eine Politik zu machen, "die sowohl die Interessen der Jungen als auch die der Alten besser im Blick hat".
Auf klare Distanz ging Prien zu den Ausschreitungen vom Wochenende. Diese hatten in mehreren Städten meist im Anschluss an zuvor friedliche Demonstrationen der Initiative "Gen Z regelt" stattgefunden. "Ich will auch nochmal betonen, Gewaltexzesse gehen natürlich überhaupt nicht", sagte dazu Prien.
Der Generation Z werden in der Regel die Geburtsjahrgänge 1995 bis 2010 zugeordnet, teilweise auch etwas später. Auf den Demonstrationen am Wochenende forderten die Teilnehmenden insbesondere bessere Bildung und ein bezahlbares Leben, zudem mehr Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. Eine Rückkehr zur Wehrpflicht wurde abgelehnt.
