Die Mode-Karriere von Guido Maria Kretschmer startete schon sehr früh - mit neun bekam er eine Nähmaschine geschenkt, daraus entwickelte sich eine tiefe Passion für das Nähen, Designen und Entwerfen.
Seine Mode-Karriere startete schon sehr früh - mit neun bekam er eine Nähmaschine geschenkt, daraus entwickelte sich eine tiefe Passion für das Nähen, Designen und Entwerfen. Der am 11. Mai 1965 in Münster geborene Guido Maria hatte eigentlich nach dem Abitur ein Medizinstudium geplant, doch schnell merkte er, dass sein Herz der Mode gehört.
Alles fing auf Ibiza an. Er brach das Studium nach zwei Semestern ab, flog nach Ibiza, entwarf erste Kleidungsstücke und verkaufte die am Strand an Touristen. Kein Geringerer als Udo Lindenberg entdeckte ihn dort auf dem Hippiemarkt. "Wir standen kurz vor einer neuen Tournee. Als ich ihn mit seinen Brokatjacken sah, habe ich direkt bestellt. Keine Panik, die nehm ich alle für mein Orchester. Das hat ihm genug Geld für ein paar schöne Monate eingebracht", erinnert sich Lindenberg.
Seine Ideen gefielen auch anderen, doch schnell war dem aufstrebenden Modedesigner klar: "Ich brauche eine echte Grundbasis um meinen Weg erfolgreich gehen zu können." Daher ließ sich GMK zum Modedesigner in Spanien und Frankreich ausbilden, sammelte parallel und anschließend praktische Erfahrungen in diversen Modeunternehmen. Die stellen schnell fest, dass er reichlich Talent hat und wollten ihn fest an sich binden. Doch dazu war er noch nicht bereit: "Ich wollte erst meinen Weg finden."
1989 gründete er dann sein erstes eigenes Label. Er entwarf hauptsächlich Uniformen für große Unternehmen wie Deutsche Telekom, Emirates Airline, Tui, Hapag Lloyd oder die Crew vom Kreuzfahrtschiff "MS Europa". Dann entdeckte er das Thema "exklusive Tages- und Abendmode" für sich. Dabei entwickelte er ein unglaubliches Gefühl für die späteren Trägerinnen. Seine Ideen standen schnell im Mittelpunkt der Begierde bei den Prominenten von München bis Hamburg, von Iris Berben bis Jasmin Wagner. Auch Oscar-Gewinnerin Charlize Theron, Jane Seymour oder die französische Sängerin Patricia Kaas sind Fans seiner Mode.
Im Jahr 2004 ging es richtig los, die erste Kollektion wurde in Tokio und Shanghai präsentiert. In Berlin folgte sein Catwalk-Debut etwas später auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin. Dort ist er inzwischen jeweils im Januar und Juli der wohl gefeiertste Designer auf den vielen Shows quer durch die Metropole.
Aus seinem kreativen Kopf kommen noch viele andere Dinge: Parfüm für Sie und Ihn, Badeschaum und Accessoires. Er entwirft Tapeten und Gänsedaunenbettdecken, Bücher schreibt er ebenfalls. Zum Beispiel "Eine Bluse macht noch keinen Sommer: Geschichten aus dem Kleiderschrank". Daneben entwirft er Bühnengarderobe - zum Beispiel für Schauspielerin Katharina Thalbachs Auftritt in einem Oscar-Wilde-Stück oder die Inszenierung von "Der Barbier von Sevilla" in der Deutschen Oper Berlin. Auch für Kino und Fernsehen hat er schon kostümbildnerisch gearbeitet. In einigen Filmen spielte er in kleineren Rollen mit.
Seit 2012 hat sich Kretschmer sogar die Hauptrolle in der VOX-Fernsehshow "Shopping Queen" erobert. Dort unterhält er die Zuschauer mit seinen Kommentaren zu den mehr oder weniger gelungenen "Verkleidungs-Ideen" der Gäste. Bewertung am Ende inklusive. Wer dieses TV-Format allerdings mit seinem Format als kreativer Modeschöpfer vergleicht, der würde sich wünschen, dass Guido noch mehr Zeit in seine Mode investiert. Doch um davon gut leben zu können, muss die auch gekauft werden. Und da klafft ein tiefer Graben zwischen denen die klatschen und denen die kaufen. Da geht es GMK nicht anders als vielen anderen seiner Zunft. Leider.
Edda Stahn/wid