Gesundheit

Wandern: Auf die Kleidung kommt es an

  • Ralf Loweg/mp
  • In LIFESTYLE
  • 27. August 2018, 11:26 Uhr

Wandern ist gesund für Geist und Seele. Deshalb sind die Ausflüge in Mutter Natur bei Jung und Alt beliebt. Vor allem mit der richtigen Kleidung ist der Spaß-Faktor besonders hoch.

Wandern ist gesund für Geist und Seele. Deshalb sind die Ausflüge in Mutter Natur bei Jung und Alt beliebt. Jeder zweite Deutsche über 16 Jahre schnürt dem Deutschen Wanderverband zufolge regelmäßig die Schuhe, um in freier Natur Entspannung oder die körperliche Herausforderung zu suchen. Immer dabei: moderne Funktionskleidung, die sowohl bei schweißtreibenden Temperaturen, als auch bei unverhofften Regenschauern die Haut trocken halten soll. Die Hightech-Materialien können ihr Potenzial aber nur bei der richtigen Anwendung entfalten.

"Tragen Outdoor-Sportler unter einer wasserdichten und atmungsaktiven Membranjacke ein T-Shirt aus Baumwolle, versagt die Atmungsaktivität der Jacke", sagt Andres Metzger, Experte für Textilien bei TÜV Rheinland. Denn die Baumwolle speichert Feuchtigkeit und gibt sie nur sehr langsam wieder ab. So kann diese nicht schnell genug von der Hautoberfläche abgeleitet werden und über die Membran in der Jacke nach außen verdampfen. "Wichtig ist das richtige Zwiebelprinzip. Nur mit Funktionswäsche oder einem ebensolchen Shirt aus Mikrofaser ist der Transport der Feuchtigkeit durch alle Schichten gewährleistet", so Metzger.

Spezielle Wandertextilien sind laut Hersteller meist nicht nur atmungsaktiv, sondern auch wind- und wasserdicht. "Wer bei schönem Wetter loswandert, der ist mit Softshelljacke und entsprechender Hose gut ausgerüstet. Das Material ist relativ günstig, atmungsaktiv und hält auch kleinere Regenschauer ab", empfiehlt Metzger. Erst bei längeren Touren und bei extrem Witterung sollten die deutlich teureren regenfesten Membranjacken und -hosen ins Spiel kommen. Über die tatsächliche Wasserdichtigkeit gibt im Labor die sogenannte "Wassersäule" Auskunft.

"Eine wenige Zentimeter große Fläche des zu testenden Stoffgewebes wird unter ein Messrohr gespannt, das langsam mit Wasser gefüllt wird bis erste Tropfen unter dem Stoff auftauchen", so Metzger. Wird kein Druck auf die Kleidung ausgeübt, reicht eine Wassersäule von 1.300 Millimeter. Wer einen Rucksack trägt oder sich auf den feuchten Boden setzen oder knien möchte, der sollte auf eine Wassersäule von 8.000 Millimeter achten. Die Atmungsaktivität der Jacke sollte stets bestehen bleiben.

Mindestens ebenso wichtig wie gutes, festes Schuhwerk sind spezielle Wandersocken. "Herkömmliche Socken aus Baumwolle sind nicht geeignet, da sie beispielsweise keine Feuchtigkeit ableiten können", sagt der Textilexperte. Moderne Wandersocken verfügen über unterschiedliche synthetische Faserstoffe, die an bestimmten Stellen verstärkt sind. So bleiben die Füße eher trocken und vor schmerzhaften Druckstellen geschützt.

STARTSEITE