Gesundheit

Ausgaben f?r medizinische Hilfsmittel steigen immer weiter

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  • 17. August 2024, 01:29 Uhr
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Seniorin (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) geben immer mehr Geld f?r medizinische Hilfsmittel wie H?rhilfen, Prothesen, Bandagen oder Rollatoren aus.

2023 zahlten die Krankenkassen rund 11 Milliarden Euro f?r insgesamt 32 Millionen Hilfsmittel f?r ihre Versicherten. Damit stiegen die Kosten im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent und die Zahl der Versorgungsf?lle um 9 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Mehrkostenbericht des GKV-Spitzenverbands f?r 2023 hervor, ?ber den die Zeitungen der Funke-Mediengruppe in ihren Samstagausgaben berichten.

Demnach bezahlten Patienten zudem 982 Millionen Euro Mehrkosten f?r Extras: "80 Prozent der Hilfsmittel erhielten GKV-Versicherte im Jahr 2023 kostenfrei", sagte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, den Funke-Zeitungen. 20 Prozent der Kassenpatienten - etwa 6,6 Millionen - entschieden sich f?r ein Hilfsmittel, f?r das sie Mehrkosten in Kauf nahmen. Dabei mussten sie im Durchschnitt 149 Euro aus eigener Tasche bezahlen und damit 7 Euro mehr als im Vorjahr. Die Krankenkassen ?bernehmen generell die Kosten f?r das medizinisch notwendige und gleichzeitig wirtschaftlichste Hilfsmittel. Zus?tzliche Kosten (Mehrkosten) f?r Extras, zum Beispiel aus Gr?nden der ?sthetik oder des Komforts, m?ssen von den Versicherten selbst gezahlt werden.

Die h?chsten Mehrkosten fallen bei H?rhilfen an: Im Durchschnitt zahlen Patienten 1.505 Euro je H?rger?t dazu, insgesamt gut 600 Millionen Euro. Danach folgen Augenprothesen - wie k?nstliche Aug?pfel - mit durchschnittlich 504 Euro. F?r Sehhilfen wie Brillen oder Kontaktlinsen zahlen Patienten im Schnitt 171 Euro dazu. F?r Gehhilfen wie St?cke, Rollst?hle, Kr?cken oder Rollatoren legen Versicherte durchschnittlich 177 Euro dazu, f?r Beinprothesen 57 Euro und f?r Bandagen 22 Euro. Bei Schuheinlagen entschieden sich 55 Prozent f?r teurere Varianten und zahlten im Schnitt 39 Euro dazu. Dagegen spielen Mehrkosten in der Rehatechnik oder medizintechnischen Versorgung eine geringere Rolle, so die Auswertung. Die Krankenkassen gaben die h?chsten Betr?ge f?r H?rhilfen (1,3 Milliarden Euro), Inhalations- und Atemger?te (1,2 Milliarden Euro), Messger?te (972 Millionen Euro) sowie Orthesen/Schienen (971 Millionen Euro) aus.

Die GKV-Chefin bezweifelt jedoch, ob alle Mehrkosten gerechtfertigt sind und eine bessere Versorgung bringen. "Erst, wenn die Krankenkassen auch die Gr?nde daf?r kennen, ist es m?glich, Versicherte noch besser vor ungerechtfertigten Mehrkosten zu sch?tzen. Hier sollte der Gesetzgeber endlich t?tig werden und eine gesetzliche Meldepflicht f?r Gr?nde von Mehrkosten festlegen", forderte Pfeiffer. Die GKV-Vorsitzende empfiehlt allen Kassenpatienten, sich immer zuerst die kostenfreie Variante eines Hilfsmittels zeigen zu lassen. "Die Leistungserbringenden sind seit 2017 gesetzlich verpflichtet, umfassend zu Mehrkosten aufzukl?ren und zuerst mehrkostenfreie Hilfsmittel anzubieten." Zudem sollten Preise bei mehreren Anbietern verglichen werden: "Auch hier gibt es Unterschiede", so die GKV-Vorsitzende.

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