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Die Nachfrage nach akademischer Unterstützung wächst seit Jahren stetig – und mit ihr die Zahl der Menschen, die sich professionell mit dem Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten beschäftigen. Doch während viele Studierende regelmäßig eine Hausarbeit schreiben lassen, stellen sich nur wenige die Frage: Wieviel verdient der Ghostwriter eigentlich? In diesem Artikel beleuchten wir nicht nur das Honorar, sondern auch die Arbeitsweise, Anforderungen und Chancen, die diese oft unsichtbare Tätigkeit bietet.
Wer ist ein akademischer Ghostwriter und warum wird dieser Beruf immer gefragter?
Ein Ghostwriter Hausarbeit ist eine Person mit akademischem Hintergrund, die im Auftrag anderer wissenschaftliche Texte erstellt – Hausarbeiten, Bachelorarbeiten oder Projektarbeiten. Die fertige Arbeit dient den Studierenden meist als Vorlage oder Lernhilfe. Dabei bewegt sich Ghostwriting im akademischen Bereich in einer rechtlichen Grauzone, ist aber in vielen Ländern – darunter auch Deutschland – als Dienstleistung grundsätzlich erlaubt, solange die Texte nicht als eigene Prüfungsleistung ausgegeben werden.
Die Gründe für die wachsende Beliebtheit liegen auf der Hand: Zeitmangel, komplexe Themen, Sprachbarrieren bei internationalen Studierenden oder Unsicherheit im wissenschaftlichen Schreiben. Ghostwriter springen ein, wenn Studierende an ihre Grenzen stoßen – sei es zeitlich, inhaltlich oder mental. Inzwischen hat sich daraus ein echter Berufszweig entwickelt, der nicht nur Flexibilität, sondern auch lukrative Verdienstmöglichkeiten bietet.
Viele Studierende bestellen Hausarbeiten – doch kaum jemand denkt an den Verdienst der Autoren
Ein Großteil der Studierenden, die sich für Ghostwriting entscheiden, denkt in erster Linie an Qualität, Fristen und Diskretion. Der finanzielle Aspekt für die andere Seite – also die Ghostwriter selbst – bleibt dabei im Dunkeln. Was verdienen diese Menschen für ihre intellektuelle Arbeit? Wie wird ihr Aufwand entlohnt?
Wie profitabel ist das Ghostwriting tatsächlich?
Die Antwort: Es kommt darauf an. Wer strukturiert arbeitet, Themen gezielt auswählt und ein gewisses Schreibtempo mitbringt, kann durchaus einen soliden Neben- oder sogar Haupterwerb erzielen. Die Bandbreite reicht von einigen Hundert Euro pro Monat bis hin zu mehreren Tausend – abhängig von der Auftragslage, den Fachbereichen und der persönlichen Effizienz.
Was macht ein Ghostwriter bei der Erstellung einer Hausarbeit?
Das Schreiben einer Hausarbeit umfasst weit mehr als nur das Aneinanderreihen von Informationen. Der Ghostwriter übernimmt komplexe akademische Aufgaben, die hohe Konzentration und methodisches Arbeiten erfordern.
Thematische Einarbeitung
Jede Arbeit beginnt mit dem Verständnis des Themas. Der Ghostwriter analysiert die Fragestellung, prüft den Bezug zu theoretischen Konzepten und entwickelt eine Herangehensweise. Dabei ist es oft notwendig, sich in neue Themenfelder einzuarbeiten – auch innerhalb kurzer Zeit.
Literaturrecherche und -analyse
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit ist die gezielte Literaturrecherche in Fachdatenbanken, Bibliotheken und digitalen Archiven. Qualitativ hochwertige Quellen bilden das Fundament der Argumentation. Der Ghostwriter liest, bewertet, vergleicht und ordnet die Informationen ein – was oft mehr Zeit kostet als das eigentliche Schreiben.
Strukturierung und Textverfassung
Eine Hausarbeit folgt einer festen Struktur – mit Einleitung, Hauptteil und Fazit. Der Ghostwriter erstellt eine Gliederung, die logisch und akademisch fundiert ist. Anschließend wird die Arbeit in einem sachlich-wissenschaftlichen Stil verfasst, mit klarer Argumentation, sauberem Aufbau und verständlicher Sprache.
Formale Korrektheit und Abschlusskontrolle
Das saubere Zitieren gemäß APA, MLA oder anderer Standards gehört ebenso zur Aufgabe wie das Erstellen eines Literaturverzeichnisses, das Einfügen von Fußnoten und die Formatierung der Arbeit. Am Ende erfolgt eine umfassende Qualitätskontrolle – inklusive Plagiatsprüfung.
Abgrenzung zu Lektoren und automatischen Tools wie ChatGPT
Im Unterschied zu einem Lektor, der nur bestehende Texte überarbeitet, erschafft der Ghostwriter den Text komplett neu. Und im Gegensatz zu Tools wie ChatGPT bringt der menschliche Autor die Fähigkeit mit, wissenschaftliche Argumentation aufzubauen, komplexe Sachverhalte einzuordnen und kreative, maßgeschneiderte Lösungen zu finden. KI kann dabei unterstützen – aber nicht ersetzen.
Wovon hängt der Verdienst eines Ghostwriters ab?
Wie in vielen freien Berufen gibt es im Ghostwriting keine festen Tarife. Der tatsächliche Verdienst hängt von mehreren Faktoren ab:
Fachbereich: Technik, Geisteswissenschaft oder Medizin?
Technische und medizinische Themen erfordern oft spezifisches Fachwissen, was zu höheren Honoraren führen kann. Geisteswissenschaftliche Arbeiten sind meist leichter zugänglich, aber auch stärker umkämpft, was den Preis drücken kann.
Umfang der Arbeit (Seitenanzahl)
Die Seitenzahl ist ein klarer Preisfaktor. Je umfangreicher die Arbeit, desto höher das Honorar – allerdings steigt damit auch der Arbeitsaufwand.
Schwierigkeitsgrad des Themas
Ein Thema, das tiefgehende Analysen, statistische Auswertungen oder theoretische Modellbildung erfordert, bedeutet mehr Arbeit – und sollte entsprechend vergütet werden.
Zeitdruck und Abgabefrist
Express-Aufträge innerhalb weniger Tage führen in der Regel zu einem Aufschlag von 20–50 %. Wer kurzfristig liefern kann, verdient entsprechend mehr – trägt aber auch mehr Stress.
Sprache der Arbeit
Arbeiten auf Englisch oder in einer anderen Fremdsprache sind meist teurer – sowohl für den Kunden als auch im Aufwand für den Ghostwriter.
Wieviel zahlt der Kunde – und was bleibt dem Ghostwriter?
Marktübliche Preise
Im deutschsprachigen Raum liegt der Preis für eine akademische Seite aktuell bei 49 bis 70 Euro, je nach Fach, Umfang und Frist.
Beispielrechnung
Eine durchschnittliche Hausarbeit mit 12 Seiten kostet den Kunden bei 60 €/Seite:
12 Seiten × 60 € = 720 €
Anteil des Ghostwriters
Agenturen behalten in der Regel eine Provision von 40–60 %. Der Autor erhält also:
Zwischen 300 und 450 € für eine 12-seitige Arbeit.
Der exakte Anteil hängt von der Agentur, der Fachrichtung und dem Erfahrungsniveau des Ghostwriters ab.
Monatlicher Verdienst: Was ist realistisch?
Nebenjob: 2–3 Aufträge monatlich
Wer Ghostwriting neben dem Studium oder Hauptjob betreibt, kann mit 700 bis 1200 € im Monat rechnen – bei 2–3 Aufträgen mittlerer Länge.
Vollzeit: 4–6 Projekte monatlich
Professionelle Ghostwriter, die sich Vollzeit mit wissenschaftlichem Schreiben beschäftigen, kommen auf 2000 bis 3000 € monatlich – teils auch mehr in Hochphasen.
Saisonale Spitzen
Im akademischen Kalender gibt es Hochsaisons – insbesondere im Februar, Juli und Oktober, wenn viele Abgabetermine anstehen. In diesen Monaten lassen sich deutlich mehr Aufträge akquirieren und damit höhere Einnahmen erzielen.
Vorteile und Herausforderungen des Berufs
Vorteile:
- Freie Zeiteinteilung – ideal für Nachtaktive, Frühaufsteher oder Menschen mit Betreuungspflichten.
- Ortsunabhängigkeit – arbeiten von zu Hause, aus dem Café oder auf Reisen.
- Intellektuelle Herausforderung – für Menschen, die gerne schreiben, forschen und neue Themen entdecken.
Herausforderungen:
- Abgabedruck – Deadlines sind nicht verhandelbar und können stressig sein.
- Hohe Konzentration erforderlich – langes, intensives Arbeiten an komplexen Inhalten ist Alltag.
- Keine öffentliche Anerkennung – der Ghostwriter bleibt anonym, Lob gibt es selten.
Für wen eignet sich der Beruf Ghostwriter Hausarbeit?
Geeignet ist die Tätigkeit für:
- Selbstorganisierte Menschen, die Fristen einhalten und strukturiert arbeiten können.
- Akademisch Interessierte, die schnell in neue Themen einsteigen.
- Promovierende, Lehrbeauftragte oder Fachspezialisten, die ihr Wissen praktisch einsetzen möchten.
- Talentierte Schreiber, die gern und effizient Texte erstellen.
Ghostwriting ist keine Tätigkeit für alle – doch wer die nötige Disziplin, Ausdauer und Leidenschaft mitbringt, findet hier eine anspruchsvolle und lohnenswerte Aufgabe.
Welche Eigenschaften braucht ein erfolgreicher Ghostwriter?
- Sprachliche Kompetenz im wissenschaftlichen Stil
- Verständnis für den Aufbau akademischer Texte
- Effiziente Recherchefähigkeit
- Pünktlichkeit und Verantwortungsbewusstsein
- Belastbarkeit bei engem Zeitplan
- Vertraulichkeit und Diskretion
- Disziplin und Ausdauer
Diese Eigenschaften sind entscheidend, um im Ghostwriting nicht nur kurzfristig zu bestehen, sondern sich langfristig als verlässlicher Autor zu etablieren.
Fazit
Die Arbeit als Ghostwriter erfordert mehr als nur gute Noten oder flüssiges Schreiben. Sie verlangt Reife, Selbstkontrolle, Intellekt – und die Fähigkeit, sich in verschiedenste wissenschaftliche Welten hineinzuversetzen. Doch wer das beherrscht, kann nicht nur Wissen praktisch anwenden, sondern auch gutes Geld verdienen – ohne Büro, ohne Chef, aber mit viel Verantwortung.
Für alle, die schreiben lieben, Fristen einhalten können und ein sicheres Gespür für akademische Qualität haben, kann der Beruf Ghostwriter Hausarbeit zu einer erfüllenden und stabilen Einnahmequelle werden.
