Österreich

Ex-FPÖ-Abgeordneter wegen Fluchthilfe für ehemaligen Wirecard-Manager Marsalek angeklagt

  • AFP
  • In LIFESTYLE
  • 21. Januar 2026, 17:49 Uhr

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Die Staatsanwaltschaft in Wien hat Anklage gegen den ehemaligen FPÖ-Abgeordneten Thomas Schellenbacher erhoben, weil dieser dem international gesuchten früheren Wirecard-Spitzenmanager Jan Marsalek bei der Flucht nach Belarus geholfen haben soll. Schellenbacher soll dem Flüchtigen ermöglicht haben, von dem kleinen Flughafen Bad Vöslau in der Nähe von Wien nach Belarus zu gelangen, indem er ihm "einen Flug organisierte", wie eine Staatsanwältin der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch mitteilte. 

Ein Prozesstermin sei noch nicht festgelegt worden, sagte eine Sprecherin des für den Fall zuständigen Wiener Gerichts AFP. Die Anklage stammt aus dem Mai letzten Jahres, wurde aber erst am Mittwoch öffentlich bekannt, nachdem österreichische Medien darüber berichtet hatten. Im Falle eines Schuldspruchs drohen Schellenbacher bis zu zwei Jahre Gefängnis. 

Das ehemalige Wirecard-Vorstandsmitglied Marsalek war 2020 kurz nach Bekanntwerden des Bilanzskandals des Zahlungsdienstleisters ins Ausland geflohen und wird international gesucht. Gegen Marsalek ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen mehrerer Vermögens- und Wirtschaftsdelikte. Laut einer im September veröffentlichten internationalen Medienrecherche lebt er derzeit unter falscher Identität in Moskau und soll für den russischen Geheimdienst arbeiten.

Die einwanderungsfeindliche Partei FPÖ hatte 2024 zum ersten Mal in der Geschichte die Parlamentswahl in Österreich gewonnen, jedoch keinen Partner für eine Regierungsbildung gefunden. 

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