Die Louvre-Einbrecher hatten die Krone der Kaiserin Eugénie auf der Flucht aus dem Museum verloren, nun soll sie vollständig restauriert werden: Das Pariser Museum veröffentlichte am Mittwoch erstmals Bilder der ramponierten kaiserlichen Kopfbedeckung.
Die von den Louvre-Einbrechern auf der Flucht verlorene Krone der Kaiserin Eugénie kann vollständig restauriert werden: Das Pariser Museum veröffentlichte erstmals Bilder der bei dem spektakulären Einbruch im Oktober ramponierten kaiserlichen Kopfbedeckung. Zugleich kündigte das Museum an, dass die Krone vollständig restauriert werden könne. Lediglich ein goldener Adler und ein Dutzend Diamanten seien abhanden gekommen.
Die Krone hatte der letzte französische Kaiser Napoleon III. für seine Frau Eugénie mit Blick auf die Weltausstellung in Paris 1855 in Auftrag gegeben. Die rote Samtmütze im Inneren war von Goldadlern und Schmuckelementen mit Diamanten bedeckt. Diese trugen in der Mitte eine mit Diamanten und Smaragden besetzte Kugel mit einem Kreuz. Insgesamt war die Krone mit 56 Smaragden und 1354 Diamanten besetzt.
Bei dem Diebstahl im Oktober hatten die Täter die Krone nach Angaben des Museums zunächst aus einem engen Spalt in der Vitrine gezogen, den sie mit einem Trennschleifer geöffnet hatten. Dabei seien bereits mehrere Schmuckelemente abgebrochen. Anschließend sei die Krone "bei einem heftigen Schock zusammengedrückt" worden, also wohl auf den Boden gefallen, als die Diebe nach wenigen Minuten den Tatort verließen. Die Krone wurde nach Angaben des Louvre unterhalb des Balkons gefunden, über den die Diebe in das Museum eingedrungen und auch wieder geflüchtet waren.
"Eine vollständige Restaurierung ist möglich", erklärte der Louvre. Ein Chef-Restaurator oder eine -Restauratorin soll in Kürze ausgewählt werden. Die Arbeit soll von einem Expertenrat überwacht werden, in dem auch die bedeutendsten Juweliere Frankreichs vertreten sein werden, unter ihnen Cartier und Van Cleef & Arpels.
Die Krone war auf der Weltausstellung präsentiert worden, wo Kommentatoren sie als "leicht und kokett" beschrieben. Vermutlich habe Kaiserin Eugénie sie aber nicht getragen, da es keine Krönungszeremonie für sie gegeben habe, erklärte der Louvre. Im Unterschied zur Krone ihres Mannes wurde sie nach dem Ende der französischen Monarchie nicht zerlegt und verkauft. Sie wurde in der Familie vererbt und 1988 vom Louvre erworben. Nach Angaben des Louvre ist sie eine der drei noch erhaltenen Kronen der französischen Monarchie.
Bei dem Einbruch am 19. Oktober 2025 hatten die Diebe Kronjuwelen im materiellen Wert von etwa 88 Millionen Euro und unschätzbarem historischen Wert gestohlen. Die beiden Täter und zwei Komplizen befinden sich in Untersuchungshaft, von der Beute fehlt weiterhin jede Spur. Experten gehen davon aus, dass Hehler die Edelsteine herausgebrochen und das Gold eingeschmolzen haben.
