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Klingbeil drängt vor G7-Treffen auf rasches Ende des Iran-Konflikts

  • AFP
  • In FINANZEN
  • 18. Mai 2026, 11:04 Uhr
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Lars Klingbeil Bild: AFP

Die Finanzminister und Notenbankchefs der G7-Staaten haben ihre Beratungen zu den wirtschaftlichen Folgen des Kriegs in der Golfregion und den globalen Handelskonflikten begonnen.

Die Finanzminister und Notenbankchefs der G7-Staaten haben ihre Beratungen zu den wirtschaftlichen Folgen des Kriegs in der Golfregion und den globalen Handelskonflikten begonnen. Vor dem Treffen drang Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) auf ein rasches Ende des Iran-Konflikts. "Der Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus sind eine ernsthafte Bedrohung für die Weltwirtschaft", erklärte er vor seiner Abreise nach Paris. Die G7 seien "der richtige Rahmen, um mit den USA und den weiteren G7-Staaten über diese drängenden Fragen zu sprechen".

Der Weg der Europäer sei dabei klar, sagte Klingbeil: "Wir setzen auf Kooperation statt Konfrontation." Es gehe nun darum, "die Region wieder zu stabilisieren und freie Seewege durch die Straße von Hormus zu gewährleisten". "Wir wollen zeigen, dass Multilateralismus nützlich ist und gut funktioniert", sagte der französische Wirtschafts- und Finanzminister Roland Lescure zum Auftakt des Treffens.

Lescure kündigte mit Blick auf die Position Chinas zudem Beratungen über den Umgang mit Seltenen Erden an. "Seltene Erden sind ein wichtiges Kettenglied bei der Elektrifizierung", betonte Lescure. "Wenn wir keinen unabhängigen Zugang zu Seltenen Erden haben, wird uns dies fehlen", warnte er. "Wir müssen bei kritischen Rohstoffen das tun, was wir in den 1970er Jahren im Energiebereich getan haben, nämlich es zum Gemeingut zu erklären", hatte Lescure kürzlich betont. 

Weiteres Thema des G7-Treffen soll die Lage der Ukraine sein. "Wir verlieren Russlands brutalen Angriffskrieg nicht aus den Augen, weil die Welt auf den Nahen Osten blickt", erklärte Klingbeil. "Die Menschen in der Ukraine können sich auf unsere Unterstützung verlassen." Der Bundesfinanzminister will in Paris nach eigenen Angaben mit seinem Kollegen Serhij Martschenko ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Ukraine unterzeichnen. 

Neben G7-Vertretern sind bei dem Treffen in Paris auch die Finanzminister aus Brasilien, Indien, Südkorea und Kenia zu Gast. Mit ihnen soll über eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit beraten werden. Angesichts der aktuellen Krisen sei es "wirtschaftlich und politisch von entscheidender Bedeutung, dass Deutschland und Europa unabhängiger und krisenfester werden", erklärte Klingbeil. "Das gilt zum Beispiel bei Rohstoffen, Energie und Lieferketten."

Frankreich hatte im Januar den rotierenden Vorsitz über die Gruppe der sieben großen Industrienationen übernommen. Im Juni ist im ostfranzösischen Evian ein Treffen der G7-Staats- und Regierungschefs geplant.

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