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Rechter Hardliner De la Espriella gewinnt Präsidentschaftswahl in Kolumbien

  • AFP
  • In POLITIK
  • 22. Juni 2026, 01:04 Uhr
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Abelardo de la Espriella Bild: AFP

Der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella hat die Präsidentschaftswahl in Kolumbien gewonnen. Der von US-Präsident Donald Trump unterstützte Politik-Neuling setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag knapp gegen den linken Senator Iván Cepeda durch.

Der rechte Hardliner Abelardo de la Espriella hat die Präsidentschaftswahl in Kolumbien gewonnen. Der von US-Präsident Donald Trump unterstützte Politik-Neuling setzte sich bei der Stichwahl am Sonntag knapp gegen den linken Senator Iván Cepeda durch. De la Espriella kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf 49,7 Prozent, Cepeda auf 48,7 Prozent. Der Anwalt wird den linken Amtsinhaber Gustavo Petro, der nicht erneut antreten konnte, am 7. August ablösen.

Damit vollzieht das südamerikanische Land inmitten einer Welle der Gewalt einen scharfen Rechtsruck. Der 47-jährige De la Espriella will bewaffnete Gruppen mit militärischer Gewalt bekämpfen und setzt in der Wirtschaftspolitik auf Deregulierungen. Der Rechtsaußenpolitiker, der sich selbst "Der Tiger" nennt, will ins Drogengeschäft verwickelte Guerillagruppen auch mit Luftangriffen bekämpfen. Außerdem will er im Kampf gegen die Kriminalität - ähnlich wie in El Salvador - Mega-Gefängnisse errichten.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP sagte De la Espriella während des Wahlkampfs, er werde das Militär eine 90-tägige Offensive mit Bombardierungen und Ausräucherung von Koka-Plantagen führen lassen. Dafür wolle er sich die Unterstützung der USA und Israels holen. Kolumbien ist der größte Kokainproduzent der Welt.

De la Espriella war in der ersten Wahlrunde vor drei Wochen mit 44 Prozent überraschend auf dem ersten Platz gelandet. Senator Cepeda war auf 41 Prozent gekommen.

US-Präsident Trump hatte De la Espriella, der auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, im Wahlkampf seine "vollständige und totale Unterstützung" ausgesprochen. Zugleich warnte Trump vor Konsequenzen für das Verhältnis zwischen den USA und Kolumbien bei einem Sieg des "radikal-linken Marxisten" Cepeda. 

Rund 41 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren zu dem Urnengang aufgerufen. Nach dem Bekanntwerden der Wahlergebnisse jubelten Anhänger von De la Espriella und schwenkten Fahnen.

Die Wahl fand inmitten der schlimmsten Gewaltwelle in Kolumbien seit einem Jahrzehnt statt. Zehn Jahre nach dem historischen Friedensschluss zwischen der Regierung und der vormals mächtigen Guerilla-Organisation Farc sind in Kolumbien weiterhin viele bewaffnete Gruppen aktiv. Das Spektrum reicht von Abspaltungen der früheren Farc über rechte paramilitärische Gruppierungen bis hin zu Drogenbanden.

Petro hatte sich in seiner auslaufenden vierjährigen Amtszeit durch Verhandlungen mit bewaffneten Gruppen um eine weitere Befriedung des seit Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten leidenden Landes bemüht. Doch gelang ihm kein größeres weiteres Friedensabkommen.

Stattdessen wurde auch der Wahlkampf von heftiger Gewalt überschattet. So wurden mehrere Anschläge mit Autobomben und Drohnen verübt. Im Juni 2025 wurde der rechtsgerichtete Präsidentschaftskandidat Miguel Uribe ermordet.

Petro, selbst ein früherer Guerillero, ist der erste linksgerichtete Staatschef in der Geschichte Kolumbiens. Er durfte nicht erneut kandidieren, da die kolumbianische Verfassung zwei direkt aufeinanderfolgende Amtszeiten nicht erlaubt.

Kolumbien war über viele Jahre hinweg der wichtigste Verbündete der USA in Südamerika. Seit dem Amtsantritt Petros verschlechterten sich die Beziehungen jedoch. Einer der Gründe waren die Angriffe des US-Militärs auf angebliche Drogenboote in der Karibik und im östlichen Pazifik, bei denen auch kolumbianische Staatsbürger getötet wurden. Kritiker stufen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig ein.

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