Die USA und der Iran haben sich bei ihren Gesprächen in der Schweiz auf die Einrichtung eines Kommunikationskanals zur Straße von Hormus verständigt. Damit sollten 'Vorfälle und Kommunikationspannen' verhindert werden.
Die USA und der Iran haben sich bei ihren Gesprächen in der Schweiz auf die Einrichtung eines Kommunikationskanals zur Straße von Hormus verständigt. Damit sollten "Vorfälle und Kommunikationspannen" verhindert und eine "sichere" Handelsschifffahrt in der Meerenge ermöglicht werden, erklärten die Vermittlerstaaten Pakistan und Katar in der Nacht auf Montag nach einer ersten Verhandlungsrunde. Außerdem sollen die Bemühungen für ein Ende der Kämpfe im Libanon verstärkt werden.
Dazu wollen die USA und der Iran zusammen mit dem Libanon einen Konfliktlösungsstab einrichten, wie es in einer gemeinsamen Erklärung von Pakistan und Katar hieß. Im Libanon bekämpfen sich Israel und die pro-iranische Hisbollah-Miliz, der Konflikt war im Zuge des Iran-Kriegs neu eskaliert. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sprach nun im Kurzbotschaftendienst X von einem "großen Erfolg" für ein Ende des "Libanon-Kriegs".
Delegationen aus Washington und Teheran hatten am Sonntag in einem Luxushotel auf dem Berg Bürgenstock in den Schweizer Alpen Gespräche für eine dauerhafte Friedenslösung im Iran-Krieg begonnen. Die US-Delegation wurde von US-Vizepräsident JD Vance angeführt, die iranische Delegation von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf.
Die erste Verhandlungsrunde endete in der Nacht auf Montag. Die Vermittler Katar und Pakistan sprachen anschließend von einer "positiven und konstruktiven Atmosphäre" bei den Gesprächen.
Die USA und der Iran verständigten sich demnach auf einen Zeitplan, um innerhalb von 60 Tagen eine dauerhafte Friedenslösung zu erzielen. "Technische Gespräche" sollen demnach die ganze Woche lang fortgesetzt werden.
Die Gespräche in der Schweiz hatten nicht ohne Zwischenfälle begonnen. Nachdem US-Präsident Donald Trump dem Iran wegen der Unterstützung der Hisbollah-Miliz neue Angriffe angedroht hatte, verließ die iranische Delegation vorübergehend die Verhandlungen.
Irans Chefunterhändler Ghalibaf warnte auf X an die Adresse der USA: "Sie täten gut daran, mit ihren Äußerungen vorsichtig zu sein." Die Streitkräfte der Islamischen Republik seien "bereit, auf andere Weise darauf zu reagieren". Die Gespräche zwischen dem Iran und den USA wurden dann aber fortgesetzt.
Washington und Teheran hatten am Mittwoch ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das eine Verhandlungsperiode von 60 Tagen für eine Friedenslösung vorsieht. Diese Frist kann im gegenseitigen Einvernehmen verlängert werden. Eines der zentralen Konfliktthemen ist das iranische Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangt.
Erschwert werden die Verhandlungen durch die anhaltende Gewalt im Libanon. Die Rahmenvereinbarung sieht auch eine Waffenruhe im Libanon vor, die Gefechte zwischen Israel und der Hisbollah gingen aber weiter. Am Sonntagabend schien die Lage sich dann aber zu beruhigen. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat gleichwohl betont, israelische Truppen sollten "so lange wie nötig" im Süden des Libanon bleiben.
Der Ausgang der ersten Verhandlungsrunde in der Schweiz ließ die Erdölpreise am Montag zurückgehen und die Aktienkurse steigen. Während des Iran-Kriegs hatte die weitgehende Blockade der Straße von Hormus durch Teheran für weltweite wirtschaftliche Turbulenzen gesorgt. In ihrem Rahmenabkommen vereinbarten die USA und der Iran eine Wiedereröffnung der Meerenge, die für den Transport von Erdöl und Flüssigerdgas von zentraler Bedeutung ist.
Der Iran kündigte zwar am Samstag als Reaktion auf israelische Angriffe im Libanon eine erneute Schließung der Straße von Hormus an. Die jetzt vereinbarte Einrichtung eine "Kommunikationskanals" zwischen den USA und dem Iran für die Meerenge ist aber ein neues Signal der Entspannung.
