Umweltverbände haben zum sogenannten Erdüberlastungstag eine Abkehr von fossilen Energieträgern und eine Stärkung von Kreislaufwirtschaft gefordert. Am 30. Juli hat die Menschheit demnach alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die innerhalb eines Kalenderjahres regenerieren können.
Umweltverbände haben zum sogenannten Erdüberlastungstag an diesem Donnerstag eine Abkehr von fossilen Energieträgern und eine deutliche Stärkung von Kreislaufwirtschaft und Recycling gefordert. Am 30. Juli habe die Menschheit alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, die Ökosysteme der Erde innerhalb eines Kalenderjahres regenerieren könnten, erklärte die Umweltorganisation BUND am Dienstag. "Für den Rest des Jahres plündern wir eine Zukunft, die uns nicht gehört."
"Um den aktuellen weltweiten Verbrauch zu decken, wären rund 1,73 Erden nötig", erklärte die Umweltorganisation WWF. "Die Folgen der Übernutzung sind längst sichtbar, etwa durch Entwaldung, degradierte Böden, den Verlust biologischer Vielfalt und steigende CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre."
Der weltweite Erdüberlastungstag wird jährlich von der Organisation Global Footprint Network berechnet. Dass er in diesem Jahr sechs Tage später als 2025 liegt, ist laut BUND kein Zeichen für einen schonenderen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Grund sei vielmehr eine angepasste Berechnungsgrundlage. Für Deutschland lag der nationale "Überlastungstag" mit dem 10. Mai erneut deutlich früher als das weltweite Datum.
"Der Erdüberlastungstag ist die jährliche Quittung für eine umweltpolitische Insolvenzverschleppung", erklärte der BUND-Vorsitzende Olaf Brandt. "Unser Wirtschaftssystem frisst seine eigene Substanz und zerstört damit die Lebensgrundlagen für künftige Generationen." Brandt forderte "ein konsequentes politisches Umsteuern". Im Mittelpunkt müsse die Verringerung von Treibhausgasen durch den Ausstieg aus den fossilen Energien und den Ausbau erneuerbarer Energiequellen stehen. "Denn die globale Erderwärmung wirkt wie ein Brandbeschleuniger, wie gerade an den den verheerenden Waldbränden vor allem in Südwesteuropa deutlich zu sehen".
Auch der WWF forderte "einen entschlossenen Ausstieg aus fossilen Energien" sowie "eine konsequente Priorisierung von zirkulären Geschäftsmodellen". Hier könnten in Deutschland über die Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sowie auf europäischer Ebene "übergeordnete und verbindliche Ressourcenschutzziele" gesetzlich verankert werden.
Der WWF verwies auch auf eine eigene , wonach bis 2045 eine Halbierung des durchschnittlichen Ressourcenverbrauchs pro Kopf möglich ist - "und trotzdem ein gutes Leben zu führen". Der Organisation zufolge verbraucht jeder Mensch in Deutschland im Durchschnitt rund 16 Tonnen Primärrohstoffe pro Jahr. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen seien aber lediglich sechs bis acht Tonnen nachhaltig.
Die Ampel-Regierung hatte in ihrer vom Dezember 2024 das Ziel ausgegeben, bis 2045 den jährlichen Verbrauch pro Kopf "deutlich" zu senken. Als Orientierung soll dabei der Vorschlag des International Resource Panel unter dem Dach des UN-Umweltprogramms (UNEP) dienen, weltweit bis 2050 durchschnittlich noch sechs bis acht Tonnen pro Kopf zu verbrauchen.
In ihrem Koalitionsvertrag hatte die schwarz-rote Regierung dann angekündigt, sie wolle die Kreislaufwirtschaftsstrategie "pragmatisch umsetzen". Ziel sei es dabei, "den Primärrohstoffverbrauch so weit wie möglich zu reduzieren". Anfang Juni verabschiedete das Bundeskabinett ein , mit dem über kurzfristig umsetzbare Maßnahmen die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft in Deutschland beschleunigt werden soll.
