Gut zwei Wochen nach dem Ende des größten Flächenbrands in Frankreich seit Jahrzehnten hat Premierminister Lecornu das Vorgehen der Behörden verteidigt. 'Wir haben nichts zu verbergen', sagte er in Mérignac.
Gut zwei Wochen nach dem Ende des größten Flächenbrands in Frankreich seit Jahrzehnten hat Premierminister Sébastien Lecornu das Vorgehen der Behörden verteidigt. "Wir haben nichts zu verbergen", sagte er am Montag in Mérignac bei Bordeaux. Die Entscheidungen zu den Lösch- und Rettungsarbeiten seien nicht in Paris, sondern überwiegend vor Ort getroffen worden, erklärte er.
Lecornu war am Vortag in dem besonders betroffenen Ort Le Porge mit Betroffenen zusammengekommen, Medien waren nicht dabei. In dem Ort an der Atlantikküste westlich von Bordeaux waren Ende Juli 183 von 250 Häusern abgebrannt. Als er am Montagmorgen erneut nach Le Porge kam, wurde er von etwa 200 Bewohnern des Ortes ausgebuht, die sich in Schwarz gekleidet vor dem Rathaus versammelt hatten.
In der Region ist die Erwartung groß, dass die Regierung den Wiederaufbau massiv unterstützt. Lecornu will sich am Nachmittag dazu äußern. "Es gibt viel Wut und Emotionen, das ist normal. Die Menschen hier haben alles verloren", sagte Lecornu zum Auftakt seines Treffens mit mehreren Ministern und Vertretern der Region.
Ein weiterer Waldbrand etwa 100 Kilometer südlich von Bordeaux wurde am Montag an der weiteren Ausbreitung gehindert. Der Brand nahe des Ortes Luglon erfasste seit Donnerstag etwa 1700 Hektar. Etwa 250 evakuierte Einwohner durften am Montag in ihre Häuser zurückkehren.
Der riesige Brand an der Atlantikküste hatte Ende Juli mehr als 42.000 Hektar verwüstet. Dies ist die größte abgebrannte Fläche in Frankreich seit 1949. Insgesamt brannten in Frankreich seit Beginn des Sommers mehr als 100.000 Hektar Wald ab, ein historischer Höchstwert. Nach mehreren Hitzewellen in den vergangenen Wochen sind die Wälder extrem ausgetrocknet.
