Nach der Ankündigung umfangreicher Änderungen für einen besseren Kinder- und Jugendschutz bei Facebook und Instagram fordert die UNO eine Ausweitung der Maßnahmen auf alle Onlinenetzwerke. Die Änderungen sollten 'branchenweit umgesetzt werden', schrieb UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk
Nach der Ankündigung umfangreicher Änderungen für einen besseren Kinder- und Jugendschutz bei Facebook und Instagram fordert die UNO eine Ausweitung der Maßnahmen auf alle Social-Media-Apps. Die Änderungen sollten "branchenweit umgesetzt werden", schrieb UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk am Donnerstag im Onlinedienst X.
Er zeigte sich zufrieden über den Vergleich, den der Facebook- und Instagram-Mutterkonzern Meta in den USA geschlossen hat. Die Zugeständnisse von Meta bei der Nutzung seiner Social-Media-Apps gingen in die richtige Richtung, erklärte Türk. "Aber wir sind noch nicht am Ziel."
"Kinder sollten nicht darauf warten müssen, dass ein Gerichtsverfahren angestrengt wird, um sicher im Internet surfen zu können", betonte Türk. "Die Regierungen müssen selbst aktiv werden, anstatt darauf zu warten, dass Gerichte und Unternehmen Maßnahmen ergreifen."
Insgesamt 29 US-Bundesstaaten hatten Meta vor einem kalifornischen Gericht wegen Suchtgefahren verklagt. Am Mittwoch stimmte der Konzern in einem Vergleich einer Zahlung von 16,7 Milliarden Dollar (14,3 Milliarden Euro) zu.
Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen sagte Meta zudem Zeitbeschränkungen für die Nutzung von Instagram und Facebook durch Minderjährige sowie nächtliche Zugangssperren zu. So sollen Teenager die Apps nur noch zwei Stunden pro Tag nutzen dürfen. Zwischen Mitternacht und 06.00 Uhr morgens sollen sie gar keinen Zugriff mehr haben
Darüber hinaus sind weitere Neuerungen geplant: Die Zahl der "Gefällt mir"-Reaktionen soll minderjährigen Nutzern verborgen bleiben. Tabu sind künftig zudem Filter, die Gesichter künstlich glätten und attraktiver machen.
Meta drängt Plattformen wie Snapchat, Tiktok und Youtube zu ähnlichen Änderungen. Ziehen diese nach, könnten die Zugangsbeschränkungen für Jugendliche sogar noch ausgeweitet werden.
