Der vor drei Tagen wegen Lungenkrebs operierte Papst Leo XIV. hat vom Krankenhaus aus mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und um eine Waffenruhe in der umkämpften ukrainischen Stadt Oleschky gebeten.
Der vor drei Tagen wegen Lungenkrebs operierte Papst Leo XIV. hat vom Krankenhaus aus mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und um eine Waffenruhe in der umkämpften ukrainischen Stadt Oleschky gebeten. Der Papst habe "zu einer Waffenruhe aufgerufen, um die Lieferung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie die freiwillige und sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung zu ermöglichen", teilte der Vatikan am Freitag mit. Der Kreml machte Kiew für die humanitäre Krise in Oleschky verantwortlich.
Oleschky liegt am Ufer des Dnjepr in der Region Cherson im von Russland besetzten Süden der Ukraine und wird von beiden Armeen in die Zange genommen. Russland hatte die Stadt schon 2022 erobert. Von den ursprünglich 24.000 Einwohnern sollen sich noch etwa 2000 in Oleschky aufhalten.
Sowohl Russland als auch die Ukraine erkennen die humanitäre Krise in der Stadt an, werfen sich jedoch gegenseitig vor, Hilfslieferungen und Evakuierungen zu behindern.
Putin habe eine "detaillierte Erklärung zur Verantwortung des Regimes in Kiew in der schwierigen humanitären Lage" geliefert, hieß es aus Moskau zu dem Telefonat am Freitag. Es sei vereinbart worden, dass "beide Seiten ihre Bemühungen koordinieren" würden, um "Bedingungen zu schaffen, die die Sicherheit der Stadtbewohner gewährleisten und die Lieferung lebenswichtiger Güter erleichtern", erklärte der Kreml.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Kiew hatte die Lage in der Stadt im September als "instabil und schwierig" bezeichnet und erklärt, dass "zahlreiche Hindernisse" die humanitäre Hilfe erschwerten. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk sprach Anfang Oktober von einer "ausweglosen Situation".
