Nach der Kollision eines Kreuzfahrtschiffes beim Auslaufen in Bremerhaven wird gegen den Kapitän ermittelt. Es sei ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden, bestätigte ein Polizeisprecher in Bremen.
Nach der Kollision eines Kreuzfahrtschiffes beim Auslaufen in Bremerhaven während eines Sturms wird gegen den Kapitän ermittelt. Im Rahmen eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens soll nach Angaben der Polizei Bremen vom Montag geklärt werden, ob der Kapitän gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen hat. Die Fahrt des Schiffes zu den Kanaren wurde unterdessen abgesagt.
Das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 3" war am Sonntagnachmittag kurz nach dem Start in Richtung Kanaren von einer Sturmböe erfasst worden und danach mit zwei Containerschiffen kollidiert. Menschen wurden dabei nicht verletzt. Neben den 2428 Gästen waren auch 922 Crew-Mitglieder an Bord. Nach Polizeiangaben entstand bei dem Zusammenstoß leichter Sachschaden an einem kleineren Containerschiff und "erheblicher Schaden" an einem großen Containerschiff.
Auch das Kreuzfahrtschiff wurde nach Angaben von TUI Cruises beschädigt und muss in einer Werft repariert werden. Die Absage der Kreuzfahrt zu den Kanaren sei bedauerlich, aber "die einzig verantwortungsvolle Entscheidung", um "unsere hohen Sicherheitsstandards zu gewährleisten".
Ebenfalls am Sonntagnachmittag wurden auf einem Frachter auf der Nordsee im deutsch-niederländischen Grenzgebiet mehrere Besatzungsmitglieder verletzt. Rund 16 Seemeilen westlich von Borkum hatte der Schwerguttransporter unter portugiesischer Flagge einen Notruf abgesetzt, weil der Anker nicht hielt und das Schiff abdriftete, wie die Seenotretter DGzRS in Bremen mitteilten.
Rettungskräfte wurden per Hubschrauber an Bord gebracht und kümmerten sich um die drei Verletzten. Zwei von ihnen wurden mit dem Helikopter mitgenommen und in eine Klinik geflogen. Neben niederländischen waren auch deutsche Seenotretter im Einsatz.
Unterdessen gab das Bundesamt für Schifffahrt und Hydrographie (BSH) am Montag eine Sturmflutwarnung für die Nordseeküste heraus, die bis zum Nachmittag galt. Das Hochwasser an der ostfriesischen Küste könne etwa 1,5 Meter höher und an der nordfriesischen Küste und im Elbegebiet 1,5 bis zwei Meter höher sein als das mittlere Hochwasser, hieß es.
Während an den Küsten demnach am Montag noch Regen und teils starker bis stürmischer Wind herrschte, beruhigte sich im Rest des Landes das Wetter laut Deutschem Wetterdienst (DWD). Nach dem Abzug von "Manja" stellte sich vorübergehend Zwischenhocheinfluss mit Höchstwerten von zehn bis 16 Grad ein, wie es hieß.
Bereits in der Nacht zum Mittwoch soll laut DWD aber von Nordwesten die Kaltfront des nächsten Sturmtiefs mit dem Namen "Naomi" aufziehen und neben dichteren Wolken auch Regen und etwas kühlere Meeresluft mit sich bringen. Im Vergleich zu den Sturmtiefs vom Wochenende gleiche "Naomi" aber eher einem "zahnlosen Tiger", hieß es vom Wetterdienst.
Am Wochenende waren binnen 24 Stunden die beiden Sturmtiefs "Luise" und "Manja" über Deutschland hinweggezogen. In Freiburg und Umgebung hatten etwa 10.000 Haushalte stundenlang keinen Strom, weil Bäume in Leitungen gestürzt waren und ein Wellblechdach in ein Umspannwerk gewehtes wurde. An den Küsten gab es mehrere Überschwemmungen, etwa in Hamburg. Auch am Montag gab es noch Einschränkungen, etwa im Fährverkehr zu einigen Nordseeinseln.
