In Thüringen ist die Polizei zu einer Razzia bei einen mutmaßlichen Online-Versandhandel für traditionellen Weihnachtsschmuck mit NS-Symbolem angerückt. Der Verdacht richtet sich gegen zwei Männer.
In Thüringen ist die Polizei gegen einen mutmaßlichen Online-Versandhandel für traditionellen Weihnachtsschmuck mit NS-Symbolen vorgegangen. Mehrere Objekte im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt seien durchsucht worden, teilte die Polizei in Saalfeld am Dienstag mit. Der Verdacht richtet sich demnach gegen zwei Männer im Alter von 37 und 38 Jahren. Die Beamten beschlagnahmten unter anderem Geräte, die zur Herstellung sogenannter Schwibbögen und Untersetzer genutzt wurden.
Die Beamten sprachen von "einem möglichen Versandhandel zur Herstellung und Vertrieb von Gegenständen, welche den Nationalsozialismus verherrlichen". Die Ermittlungen dazu führt die Staatsanwaltschaft in Gera. Es geht um den Vorwurf der Herstellung und Verbreitung von Gegenständen "unter Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen".
Bereits in der Vergangenheit gab es Ermittlungen gegen rechtsextremistische Händler, die Räuchermännchen oder Schwibbögen mit NS-Symbolen vertrieben haben sollen. Schwibbögen sind typisch für erzgebirgisches Kunsthandwerk. Ende 2021 gab es einen entsprechenden größeren Fall in Sachsen. Zudem führten in der Vergangenheit mehrfach auch Weihnachtsbeleuchtung oder Weihnachtsschmuck mit Hakenkreuzen zu Ermittlungen. Sie sind als NS-Propagandakennzeichen verboten.
Nach Polizeiangaben soll im aktuellen Thüringer Fall mindestens einer der Beschuldigten die Gegenstände hergestellt und im Internet verkauft haben. Angaben zum möglichen Ausmaß des Handels machten die Ermittler dabei nicht.
