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Kuba: Bekannte Journalistin Sánchez und Oppositionelle Soler festgenommen

  • AFP
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  • 6. November 2026, 00:27 Uhr
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Yoani Sánchez Bild: AFP

In Kuba sind die Journalistin Yoani Sánchez sowie die Oppositionelle Berta Soler festgenommen worden. Sánchez ist Gründerin und Leiterin des regierungskritischen Online-Mediums 14ymedio. Soler ist Vorsitzende der Oppositionsgruppe 'Damen in Weiß'.

In Kuba sind die bekannte unabhängige Journalistin Yoani Sánchez sowie die Oppositionelle Berta Soler festgenommen worden. Die 51-jährige Sánchez sei am Donnerstag beim Verlassen ihrer Wohnung im Stadtteil Nuevo Vedado in der Hauptstadt Havanna von der "politischen Polizei entführt" worden, berichtete das von Sánchez geleitete Online-Medium 14ymedio. Soler, die Vorsitzende der Oppositionsgruppe "Damen in Weiß", wurde nach Angaben ihres Ehemanns Ángel Moya gemeinsam mit María Cristina Labrada, einem weiteren Mitglied der Gruppe, festgenommen.

Sánchez konnte nach Angaben ihrer Redaktion noch eine kurze Nachricht absetzen. Seither fehle von ihr jede Spur. Sánchez war demnach gerade auf dem Weg zum Einkaufen. Mehrere Stunden später erklärte Sánchez' Ehemann, der Journalist Reinaldo Escobar, im Onlinedienst Facebook: "Wir haben immer noch keine Nachricht von Yoani Sánchez."

Die 63-jährige Soler und Labrada seien "mitten auf der Straße, als beide das Haus verließen", das als Sitz der Organisation dient, aufgegriffen worden, teilte Moya der Nachrichtenagentur AFP mit. "Wir wissen nicht, wohin sie gebracht wurden", fügte er hinzu.

Sánchez hatte das regierungskritische Online-Medium 14ymedio 2014 gegründet und leitet es seither. Wie andere unabhängige Journalisten in Kuba wird sie nach eigenen Angaben immer wieder von der Polizei schikaniert. So hindern die Behörden Reporter daran, ihre Wohnungen zu verlassen, um über bestimmte Ereignisse zu berichten.

Im Jahr 2008 erhielt Sánchez den renommierten spanischen Ortega-y-Gasset-Journalistenpreis. Im selben Jahr nahm das US-Magazin "Time" sie in seine Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt auf.

Nach einem Mediengesetz von 2023 sind in Kuba nur staatliche Medien zugelassen, die von der Kommunistischen Partei kontrolliert werden. Trotzdem entstanden in den vergangenen Jahren mehrere unabhängige Online-Medien, auf die Menschen in Kuba nur über virtuelle private Netzwerke (VPN) zugreifen können.

Nach Angaben von 14ymedio wurden in den vergangenen Wochen mehrere Mitarbeiter oppositioneller Medien festgenommen und später mit Geldstrafen oder Verwarnungen wieder freigelassen. Sánchez hatte bereits 2022 eine "repressive Wut" der kubanischen Führung gegen Andersdenkende beklagt und vor einer weiteren Unterdrückung des unabhängigen Journalismus gewarnt.

Die "Damen in Weiß" sind eine Gruppe von Ehefrauen, Müttern und anderen weiblichen Angehörigen politischer Gefangener. Sie war 2003 gegründet worden als Reaktion auf die Festnahme und Verurteilung von 75 Oppositionellen, unter ihnen auch Moya. 2005 wurden die "Damen in Weiß" mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments ausgezeichnet.

Soler wird regelmäßig festgenommen, teils für mehrere Stunden, teils für einige Tage. Außerdem wird sie von den Behörden häufig daran gehindert, ihr Haus zu verlassen.

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