Wenn es um ''Tierschutz'' geht, denkt man bei dem Namen ''Volvo'' automatisch zunächst an Elche. Als ''Global Player'' will der schwedische Autobauer aber auch in Australien Fuß fassen. Und dort leben nun mal keine Elche, sondern Kängurus. Autounfälle mit diesen liebevollen Beuteltieren gehören dort zu den häufigsten Kollisionen im Straßenverkehr. Daher entwickelt Volvo jetzt eine Erkennungstechnik, die das Risiko von Zusammenstößen reduzieren soll.
Wenn es um "Tierschutz" geht, denkt man bei dem Namen "Volvo" automatisch zunächst an Elche. Doch der schwedische Autobauer ist längst ein "Global Player" und hat deshalb nicht nur den heimischen Pkw-Markt im Visier. Auch am anderen Ende der Welt in Australien will Volvo mit seinen Modellen Fuß fassen. Und dort leben nun mal keine mächtigen Elche, sondern hüpfende Kängurus. Autounfälle mit diesen liebevollen Beuteltieren gehören zu den häufigsten Kollisionen im Straßenverkehr Down Under. Kein Wunder, schließlich leben in Australien mehr als 30 Millionen Kängurus. Mehr als 65 Arten gibt es, die größten sind die "Roten Riesen" mit fast zwei Meter Körpergröße. Da kann ein Autounfall fatale Folgen haben. Nach offiziellen Angaben gibt es jedes Jahr mehr als 20.000 Kollisionen mit Kängurus auf den australischen Straßen. Dabei entstehen den Versicherungen Kosten von umgerechnet mehr als 40 Millionen Euro und es gibt viele Verletzte.
Aus diesem Grund entwickelt Volvo jetzt eine Erkennungstechnik, mit der das Risiko von Zusammenstößen von Automobilen mit Kängurus reduziert werden soll. Ein Team von Sicherheitsexperten des Autobauers ist in das Australian Capital Territory rund um die Hauptstadt Canberra gereist, um das Verhalten der Tiere in der Nähe von Straßen zu filmen und zu studieren. Die hier gesammelten Daten werden für die Entwicklung des weltweit ersten Systems zur Känguru-Erkennung und Kollisionsvermeidung genutzt. Dazu nutzt der schwedische Automobilhersteller einen Radarsensor im Kühlergrill und eine hochauflösende Kamera hinter der Windschutzscheibe. Bei der Technik handelt es sich um eine Weiterentwicklung des automatischen Notbremssystems mit Fußgänger- und Fahrradfahrerkennung, das Volvo auch in Deutschland anbietet.
Es gibt aber einen wichtigen Unterschied: "Während die Volvo Fußgänger-Erkennung auf den Stadtverkehr ausgelegt ist, konzentriert sich unsere Känguru-Sicherheitsforschung auf Situationen bei Autobahntempo", erläutert Martin Magnusson, Senior Safety Engineer bei Volvo Cars. Kängurus seien unberechenbare Tiere, denen man nur sehr schwer ausweichen könne. "Aber wir sind zuversichtlich, unsere Technik so verfeinern zu können, dass wir die Tiere erkennen und Kollisionen auf dem Highway vermeiden können."
Und Volvo hat mit der Tier-Erkennung eine große Erfahrung. "In Schweden haben wir das Verhalten größerer und langsamerer Tiere wie Elche, Rentiere und Kühe untersucht, die eine ernstzunehmende Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellen", erklärt Martin Magnusson. Doch Kängurus sind in der Regel viel kleiner und verhalten sich unvorhersehbar. "Deswegen ist es so wichtig, dass wir unsere Technik vor Ort mit echten Kängurus in ihrer natürlichen Umgebung testen und abstimmen." Mit dem City Safety System habe man eine Technik, die innerhalb von Millisekunden die Bremsen vorbereitet: "Das ist viel schneller als je ein Mensch reagieren würde." Wenn der Fahrer unaufmerksam ist, warnt ihn das System zunächst und leitet dann eine Notbremsung ein, um eine Kollision zu vermeiden. Mal sehen, ob die unberechenbaren und pfeilschnellen Kängurus da auch mitspielen.