Trotz aller Beteuerungen kommt die Bundesregierung bei der effektiven Förderung der E-Mobilität nicht voran. Nach Ansicht der Auto-Importeure muss jetzt Schluss sein mit endlosen Diskussionen und endlich gehandelt werden.
Trotz aller Beteuerungen kommt die Bundesregierung bei der effektiven Förderung der E-Mobilität nicht voran. Nach Ansicht des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) muss jetzt Schluss sein mit endlosen Diskussionen und endlich gehandelt werden. "Die aktuelle Diskussion innerhalb der Bundesregierung zur Förderung der Elektromobilität befasst sich leider zu wenig mit den langfristigen strategischen Zielen. Sie verfängt sich vielmehr in einer kleinteiligen Erörterung von Möglichkeiten, wie man entsprechende Kaufprämien gegenfinanzieren kann", sagt VDIK-Präsident Volker Lange.
Da es sich dabei um eine "gesamtgesellschaftliche Aufgabe" handle, müsse die Förderung aus dem allgemeinen Staatshaushalt finanziert werden. Das Geld dafür sei angesichts hoher Überschüsse im Staatshaushalt durchaus vorhanden. Zumal von Autofahrern jährlich Steuern und Abgaben in der Größenordnung von 55 Milliarden Euro in die öffentlichen Haushalte fließen.
2015 wurden insgesamt nur 23.464 Elektrofahrzeuge neu zugelassen. Auch die möglichen Vorteile, zum Beispiel die Nutzung von Bus-Spuren oder kostenfreies Parken für Elektrofahrzeuge, haben laut dem VDIK der Elektromobilität bisher nicht zum Durchbruch verholfen. Der Grund: Viel zu wenig Kommunen seien bereit, diese theoretisch bestehenden Vorteile auch tatsächlich zu gewähren.
Die bisher verabschiedeten Maßnahmen seien ungenügend, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Der Verband fordert daher eine Kaufprämie von mindestens 5.000 Euro und die Einführung einer Sonderabschreibung auf Elektrofahrzeuge für gewerbliche Kunden. Außerdem müsse die Lade-Infrastruktur deutlich verbessert werden.
Ganz uneigennützig ist die Forderung der Importeure aber nicht. Denn die VDIK-Marken konnten im Jahr 2015 bei den neu zugelassenen Elektrofahrzeugen einen überproportionalen Marktanteil von 41 Prozent erzielen, bei den rein Batterie-elektrischen Fahrzeugen waren es sogar 56 Prozent. Aktuell erfüllen 18 Import-Modelle die Definition des sogenannten "Elektromobilitätsgesetzes". Dazu zählen neben rein Batterie-elektrischen Modellen auch Plug-in-Hybride mit einem CO2-Ausstoß von maximal 50 g/km oder einer bestimmten Mindestreichweite und Brennstoffzellen-Fahrzeuge.