Wegen Hackerangriffen auf Firmen und öffentliche Einrichtungen in Deutschland ist ein Mann in Stuttgart zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Er gehörte zu einer weltweit tätigen Gruppierung, die Computer verschlüsselte und Lösegeld verlangte.
Wegen Cyberangriffen auf Firmen und öffentliche Einrichtungen in Deutschland ist ein 46-Jähriger in Stuttgart zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht der baden-württembergischen Landeshauptstadt sprach den Angeklagten am Freitag der Erpressung und Computersabotage in sechs Fällen schuldig, wie ein Sprecher mitteilte. Der Mann agierte demnach als Mitglied einer internationalen Gruppierung, die Daten auf Rechnern verschlüsselte und anschließend Lösegeld verlangte.
Die Taten ereigneten sich 2019, der Anklageschrift zufolge ging es um Hackerangriffe auf 22 Unternehmen und Einrichtungen. Betroffen waren den Angaben zufolge unter anderem mehrere Hersteller von Medizinprodukten sowie das Württembergische Staatstheater in Stuttgart. Ihnen entstand nach Ermittlerangaben ein wirtschaftlicher Schaden von 2,4 Millionen Euro.
Der nun verurteilte Angeklagte gehörte demnach zu der weltweit agierenden Cybercrime-Gruppierung Gandcrab, die insgesamt noch weitaus höhere Schäden von geschätzten 100 Millionen Euro verursachte. Gegen diese und eine Nachfolgeorganisation namens Revil wurde über längere Zeit international ermittelt. Nach früheren Behördenangaben gab es bereits mehrere Festnahmen sowie bereits zuvor einen Strafprozess in den USA.
Der 46-jährige Beschuldigte ist ukrainischer Staatsbürger. Er wurde im Juni 2024 in der slowakischen Hauptstadt Bratislava festgenommen und später nach Deutschland ausgeliefert. Der Prozess gegen ihn begann im März vergangenen Jahres. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
