In der Affäre um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht die US-Regierung heute neue Dokumente. Der stellvertretende Justizminister Blanche kündigte die Freigabe von 'mehr als drei Millionen Seiten' Material an.
In der Affäre um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat die US-Regierung Millionen neuer Dokumente veröffentlicht. Der stellvertretende Justizminister Todd Blanche sprach am Freitag in Washington von "mehr als drei Millionen Seiten" Material. Darunter sind nach seinen Worten mehr als 2000 Videos sowie 180.000 Fotos.
Blanche sagte weiter, insgesamt habe das Justizministerium sechs Millionen Seiten gesammelt, nur gut die Hälfte habe aber mit Epstein zu tun. Damit sind laut einer Erklärung des Justizministeriums nun insgesamt "fast 3,5 Millionen Seiten veröffentlicht".
Die Freigabe ist überfällig: Laut einem Gesetz des US-Kongresses hätte die Regierung nahezu alle Akten bereits bis zum 19. Dezember veröffentlichen sollen. Bislang geschah dies aber nur mit einem Bruchteil der Dokumente.
Die Regierung begründet die Verzögerungen mit der Notwendigkeit, die Identität der Opfer Epsteins unkenntlich zu machen. Auch in den neuen Akten gibt es laut Blanche deshalb zahlreiche geschwärzte Stellen. Darunter sind laut der Erklärung des Justizministeriums auch "einige pornografische Bilder". Dagegen betonte das Ministerium: "Prominente Persönlichkeiten und Politiker wurden bei der Veröffentlichung der Akten nicht geschwärzt."
Die oppositionellen Demokraten hatten der Regierung von Präsident Donald Trump wegen der Verzögerung einen Gesetzesbruch vorgeworfen. Sanktionen sind in dem Epstein-Akten-Transparenzgesetz allerdings nicht vorgesehen.
Der über Jahre mit Trump befreundete Epstein war erstmals 2008 verurteilt worden, weil er die Dienste von minderjährigen Prostituierten in Anspruch genommen hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft lautete die Strafe damals aber nur 18 Monate Gefängnis.
2019 wurde Epstein unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat nach seiner Festnahme wurde er erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.
Die oppositionellen Demokraten beschuldigen Trump, sich mit der langsamen Aktenfreigabe selbst schützen zu wollen. Trump bestreitet engere Beziehungen zu Epstein, bisher veröffentlichte Fotos und Dokumente legen aber das Gegenteil nahe.
Ein persönliches Fehlverhalten konnte dem Präsidenten bisher nicht nachgewiesen werden. Trump hatte sich monatelang gegen die Freigabe der Dokumente gesperrt, er nannte die Epstein-Affäre einen "Schwindel" der Demokraten.
