In der Debatte über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche sollen in Großbritannien hunderte Teenager in einem Pilotprojekt verschiedene Modelle zur Einschränkung ihrer Handy-Nutzung testen, neben einem Komplettverbot auch Zeitlimits.
In der Debatte über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche sollen in Großbritannien hunderte Teenager in einem Pilotprojekt verschiedene Modelle zur Einschränkung ihrer Handy-Nutzung testen. Wie die Regierung am Mittwoch mitteilte, werden 300 Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren sechs Wochen lang neben einem Komplettverbot auch Zeitlimits für Apps ausprobieren. Erfasst werden die Auswirkungen auf ihre schulischen Leistungen, ihren Schlaf und ihr Familienleben.
Bei einer Gruppe von Teenagern werden die Social-Media-Apps nach Angaben des Ministeriums für Wissenschaft, Innovation und Technologie komplett blockiert, bei einer zweiten Gruppe nur über Nacht. Eine dritte Gruppe wird ein Zeitlimit von einer Stunde pro Tag für beliebte Apps wie Instagram, Tiktok und Snapchat haben. Die Ergebnisse werden dann mit einer vierten Gruppe mit uneingeschränktem Zugang abgeglichen.
"Wir sind entschlossen, jungen Menschen die Kindheit zu geben, die sie verdienen, und sie auf die Zukunft vorzubereiten", erklärte die britische Technologieministerin Liz Kendall. Die Pilotprojekte sollten der Regierung nun eine Faktengrundlage für die nächsten Schritte liefern.
In Australien gilt seit Dezember ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Dies hatte auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern eine Debatte über ein Social-Media-Verbot angestoßen. Auch auf EU-Ebene gibt es inzwischen Beratungen über eine Altersgrenze für Online-Plattformen wie Tiktok oder Instagram.
In Großbritannien hatte das Oberhaus des Parlaments im Januar für ein Social-Media-Verbot nach dem Vorbild Australiens gestimmt. Vor gut zwei Wochen wurde die Gesetzesinitiative aber vom Unterhaus kassiert, nachdem die Regierung von Premierminister Keir Starmer eingeschritten war. Starmer argumentierte, vor einer gesetzlichen Regelung müsse es eine ausführliche Konsultation mit Experten, Internetkonzernen und Kinderschützern geben. Teil dieser Konsultation sind auch die Pilotprojekte.
