Kriminalität

Bundesregierung besorgt wegen Hackerangriff auf Politiker-Handys

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iPhones von Politikern könnten gehackt worden sein Bild: AFP

Die Bundesregierung hat besorgt auf den Hackerangriff auf Geräte von Politikern reagiert. Der US-Konzern Apple hatte Warnungen verschickt, dass bestimmte Geräte mit Schadsoftware kompromittiert worden sein könnten.

Die Bundesregierung hat besorgt auf den Hackerangriff auf Geräte von Bundestagsabgeordneten und Regierungsmitgliedern reagiert. Die Bundesregierung nehme den Vorfall sehr ernst, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Montag in Berlin. Die Warnung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die vorsorglichen Empfehlungen seien frühzeitig öffentlich gemacht worden, "weil davon auszugehen ist, dass Geräte kompromittiert sein können".

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hatte den Hackerangriff zuvor bestätigt. Nach seinen Worten hatte der US-Technologiekonzern Apple gewarnt, dass offenbar bestimmte Geräte mit Schadsoftware kompromittiert wurden. Das ARD-Hauptstadtstudio berichtete unter Berufung auf ein BSI-Schreiben, iPhones hätten seit Donnerstag eine Benachrichtigung von Apple erhalten, wonach ein Angriff mit sogenannter Mercenary Spyware erkannt worden sei. 

Sogenannte Spyware kann heimlich Daten von infizierten Mobiltelefonen auslesen und in manchen Fällen unbemerkt Kamera und Mikrofon des jeweiligen Gerätes anschalten.

Welche Regierungsmitglieder von dem Hackerangriff betroffen sind, darüber könnten derzeit "öffentlich keine Aussagen" getroffen werden, sagte Kornelius. Die Behörden arbeiteten nun mit Hochdruck daran, die Hintergründe des Vorfalls zu ermitteln und die Betroffenen zu unterstützen. Die Schutzmaßnahmen würden nun weiterentwickelt werden.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums bekamen "verschiedene Personen des öffentlichen Lebens, auch Mitglieder des Deutschen Bundestages" sowie Privatpersonen eine Bedrohungsbenachrichtigung von Apple, dass ein Angriff mit Spyware erkannt worden sei. Im aktuellen Fall handle es sich um eine "kommerziell entwickelte Spähsoftware, die in der Vergangenheit häufig im Auftrag staatlicher Akteure gegen einzelne gezielt ausgewählte Personen eingesetzt" worden sei, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Die Behörden gingen derzeit davon aus, "dass die Geräte ohne Zutun der Betroffenen infiziert werden", etwa über eine präparierte Nachricht, "die auch nicht geöffnet werden muss". Beim so genannten Zero-Click-Verfahren bemerken die Betroffenen davon in der Regel auch nichts. Wenn ein Gerät kompromittiert ist, können die Angreifer auf Nachrichten auch innerhalb verschlüsselter Messenger-Dienste zugreifen. Sie können auch auf Anrufe, Kontakte, Kalender und Standort sowie Kamera und Mikrofon zugreifen.

Ein Sprecher der Bundesdigitalministeriums betonte, dass die Tatsache, dass Apple eine solche Meldung im Einzelfall verschickt, nichts darüber aussage, "ob tatsächlich auch eine Kompromittierung vorliegt" oder ob es sich lediglich um einen Verdachtsfall handele.

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