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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Natalie Pawlik (SPD), warnt vor pauschalen Zuschreibungen im Zusammenhang mit den Ausschreitungen vom Wochenende. "Solche Gewaltausschreitungen immer gleich migrantischen Milieus zuzuschreiben, ist zu einfach", sagte Pawlik der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Pauschale Gruppenzuschreibungen träfen auch diejenigen mit Einwanderungsgeschichte, die friedlich demonstriert hätten oder selbst als Einsatzkräfte bei Polizei oder Rettungsdienst im Einsatz gewesen seien.
Zuvor hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gewaltbereite linke Gruppen und "Chaoten aus dem migrantischen Milieu" für die Ausschreitungen verantwortlich gemacht. Eine Einschätzung, die Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach Angaben von Regierungssprecher Stefan Kornelius teilt.
Aus Sicht der Integrationsbeauftragten sind die Gewaltausschreitungen vom Wochenende, insbesondere in Frankfurt, "durch nichts zu rechtfertigen und müssen konsequent bestraft werden". Wenn die Ermittlungen zeigten, dass bestimmte Gruppen besonders beteiligt gewesen seien, müsse darüber gesprochen werden, was die Ursachen dafür seien, dass junge Menschen solche Gewalttaten begingen. "Dabei dürfen auch schwierige Fragen nach fehlenden Perspektiven, Ausgrenzungserfahrungen oder möglichen Integrationsproblemen nicht ausgeklammert werden", sagte sie. "Es geht hier aber um die Frage nach dem Warum, nicht nach der Herkunft", sagte Pawlik. Täter seien zunächst Täter.
Pauschale Gruppenzuschreibungen würden gesellschaftspolitisch nicht weiterhelfen, "denn sie verschleiern den Blick auf die eigentlichen Ursachen", so die Integrationsbeauftragte. Entscheidend sei, junge Menschen frühzeitig zu erreichen: mit gleichwertigen Bildungschancen, gezielter Jugendarbeit on- und offline, starker Demokratiebildung und klaren strafrechtlichen Konsequenzen für jede Gewalttat.
