Nach der Parlamentswahl in Neuseeland liegen die beiden größten Parteien nach Auszählung von zwei Dritteln der Stimmen Kopf an Kopf. Königsmacher dürfte die liberale Opportunity Party werden.
Nach der Parlamentswahl in Neuseeland liegen die beiden größten Parteien nach Auszählung von zwei Dritteln der Stimmen Kopf an Kopf. Nach den vorläufigen Ergebnissen kommen die rechtsgerichtete Nationalpartei von Premierminister Christopher Luxon und die linke Labour-Partei auf jeweils rund 29 Prozent der Stimmen, wie die Behörden am Samstag mitteilten. Keine der beiden Parteien könnte damit allein regieren.
Die beiden großen Parteien trennten nur wenige Tausend Stimmen. Zum Königsmacher dürfte die liberale Opportunity Party werden, die mehr als fünf Prozent der Stimmen erhielt und damit ins Parlament einzieht. Die Parteivorsitzende Qiulae Wong hatte erklärt, sie könne mit jeder Partei zusammenarbeiten, die die meisten Sitze erhält. "Ihr habt euch für Einheit statt Spaltung entschieden", sagte sie, bei Bekanntwerden der Ergebnisse. "Ihr habt dafür gestimmt, die neuseeländische Politik nachhaltig zu verändern."
"Neuseeland hat gesprochen. Es wird vielleicht noch ein bisschen dauern, bis wir genau verstanden haben, was ihr damit gesagt habt", sagte der Vorsitzende der Labour-Partei Chris Hipkins vor Anhängern. "Unser nächstes Parlament wird von uns allen verlangen, Kompromisse einzugehen, zusammenzuarbeiten und eine gemeinsame Basis zu finden."
Luxon hatte gehofft, seine rechtsgerichtete Koalition könne sich mit dem Versprechen, keine neuen Steuern zu erheben, weiter an der Macht halten. Der Regierungschef hat drei turbulente Jahre im Amt hinter sich, in denen seine Partei zweimal versucht hatte, ihn als Vorsitzenden abzusetzen.
Würde seine Nationalpartei wieder in die Regierung kommen, wären allerdings einige der erfahrensten und erfolgreichsten Köpfe nicht dabei: Die stellvertretende Parteivorsitzende und Finanzministerin Nicola Willis wird aufgrund des schlechten Abschneidens ihrer Partei bei der Parteiliste nicht ins Parlament zurückkehren. Wohnungsbau- und Transportminister Chris Bishop wird voraussichtlich aus dem Parlament ausscheiden.
Wichtigste Themen im Wahlkampf waren die gestiegenen Lebenshaltungskosten und der Zustand des Gesundheitssystems in Neuseeland. Luxon hat für den Fall eines Wahlsieges angekündigt, weitere Freihandelsabkommen schließen zu wollen. Labour warb bei den Wählern unter anderem mit der geplanten Einführung einer Kapitalertragsteuer.
