Panorama

Weg mit dem Aktenstaub!

Das deutsche Rechtswesen mag für vieles bekannt sein – seine Innovationskraft gehört eher nicht dazu. Das Legal-Tech-Unternehmen advocado ist angetreten, dies zu ändern.

Natürlich ist das Bild von Anzugträgern, die ziegeldicke Gesetzesbücher durch die Gegend tragen ein beliebtes Klischee. Aber wie so oft steckt auch ein bisschen Wahrheit mit drin: Die deutsche Rechtsbranche verkörpert eine aus der Zeit geratene Welt und ihre Bücher haben für Außenstehende allesamt sieben Siegel. Nicht nur, dass diese im schwerfälligen Nominalstil abgefassten juristischen Dickschiffe ausschließlich von Spezialisten beherrscht werden können; es gleicht mitunter auch einer Herkulesaufgabe, den geeigneten Experten für die jeweils eigenen Belange zu finden. Trotz Google, und trotz des Siegeszugs rein digitaler Geschäftsmodelle quer durch zahllose Wirtschaftszweige.

Mit dem Preisgeld eines gewonnenen Ideen- und Businessplan-Wettbewerbs der Universität Greifswald wurde im Jahr 2014 das Online-Rechtsportal advocado gegründet, das heute ihren Sitz in Berlin und Greifswald hat und gut 50 Mitarbeiter beschäftigt. Der Anspruch: Die Suche nach dem optimalen Rechtsbeistand so fallbezogen und detailgenau, so unkompliziert und sicher zu gestalten, wie es bei Partnervermittlungen längst üblich ist.

Qualität für beste Perspektiven

Kunden schildern auf der Online-Plattform ihr Problem und können dabei hilfreiche Dokumente einfach hochladen. Das Matching-System findet dann auf der Basis eines ausgefeilten Algorithmus sofort den passenden Anwalt, von aktuell mehr als 550 kooperierenden Rechtsanwälten aus allen Rechtsbereichen, der den Fragesteller dann in der Regel innerhalb von zwei Stunden kontaktiert. Transparenz ist dabei ein hohes Gut: Bevor Interessenten ein individuell auf sie zugeschnittenes Festpreisangebot bekommen, erhalten sie zunächst eine kostenlose Ersteinschätzung über die Aussichten ihres Falls. Wer über advocado in einen Rechtsstreit geht, tut dies also nicht aufs Geratewohl, sondern immer mit einer guten, wohlbedachten Perspektive. Über den Datenschutz muss sich überdies niemand Sorgen machen – Rechtsfragen sind nur für den jeweiligen Fachanwalt einsehbar, die ganze Abwicklung läuft komplett nach Regeln der DSGVO.

Die hohe Kundenzufriedenheit – advocado hat die höchste Weiterempfehlungsrate aller digitalen Rechtsportale – führten die Gründer nicht nur auf die einfache Bedienung, die durchdachte User Experience und die gerade in Rechtsfragen so wichtige Reaktionsgeschwindigkeit zurück. Sie beruht vor allem auf den expliziten Qualitätskriterien, an denen die Rechtsanwälte des Legal-Tech-Unternehmens kontinuierlich gemessen werden. Wer allen Vorgaben entspricht, erhält mittlerweile sogar ein eigens geschaffenes Qualitätssiegel. „Das ist eine echte Innovation im Rechtsbereich, wo mit der Ausbildung generell auch die Leistungsbewertung endet. Wir dagegen wissen genau, wie viel Erfahrung unsere Kooperationspartner haben, wie termintreu und erfolgreich sie arbeiten und wie sehr sie ihre Kunden zufriedenstellen“, sagt CEO Andreas Schröteler.

Dass die Mandanten von advocado profitieren, liegt auf der Hand. Aber wie steht es mit den Anwälten, die so auf Herz und Nieren geprüft und beim Verfehlen der Standards sogar ausgeschlossen werden? „Anders als die Auftraggeber haben Rechtsanwälte anfangs mit digitalen Tools etwas gefremdelt. Doch längst bewerben sich Anwälte darum, bei advocado gelistet zu werden. Gerade kleinere Kanzleien erkennen die enormen Vorteile: Sie können dank uns online arbeiten ohne sich selbst mit hohem Zeit- und Kostenaufwand um den Aufbau und den Unterhalt einer digitalen Infrastruktur kümmern zu müssen“, sagt Jacob Saß, Co-Founder und Head of Product bei advocado.

Konzentration auf den Mandantenerfolg

So läuft der komplette Prozess von der Kontaktaufnahme über den Dokumentenaustausch und die Lösungsfindung bis zur Zahlungsabwicklung auf einer einzigen Plattform ab, die damit als eine Art digitales Sekretariat fungiert. Was auch bedeutet: Rechtsanwälte können sich auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren und dennoch höchste Servicestandards erfüllen. Die Gebühren, die aus Gründen der Abrechnung ausschließlich auf Seiten der Anwälte erhoben werden und sich aus einer festen und einer transaktionalen Komponente zusammensetzen, lohnen sich in praktisch jedem Fall.

Das Legal-Tech-Unternehmen hat auf diese Weise gute Chancen, die Digitalisierung im deutschen Rechtswesen voranzutreiben. Was dringend geboten scheint. Denn die Beharrungskräfte der Branche sind hierzulande immer noch groß, wenn es um die Modernisierung althergebrachter Gepflogenheiten und berufsrechtlicher Regelungen geht – vor allem gemessen an Ländern mit liberaleren Bedingungen wie Großbritannien oder den Niederlanden. Dort sind Legal-Tech-Angebote, etwa in Form komplett digitaler Kanzleien, viel weiter gediehen als in Deutschland. Aber der Erfolg von advocado zeigt: Das muss keinesfalls so bleiben.

STARTSEITE