Seit etwa 10 Jahren schießen Start-ups hierzulande nur so aus dem Boden. Das ist auch kein Wunder, sind die wirtschaftlichen Bedingungen doch seitdem besonders ideal. Der immense technische Fortschritt bietet zudem ganz neue Möglichkeiten, sich in unterschiedlichsten Bereichen aufzustellen. Vor allem die Möglichkeit, remote zu arbeiten und damit noch nicht einmal große Investitionen für die Büromiete oder -ausstattung tätigen zu müssen, kommt vielen Unternehmern dabei entgegen.
Auch ist der Markt offen für neue Ideen, für Beratung in vielerlei Branchen und für noch nie dagewesene Lösungen. Hinzu kommt die finanzielle Unterstützung für Gründer, dank derer die erste Hürde deutlich leichter genommen werden kann. Unabhängig davon, wie gut oder schlecht die Geschäfte laufen, kann jedoch die Situation auftreten, dass man das eigene Start-up nach einer gewissen Weile nicht mehr weiterführen möchte beziehungsweise nicht kann.
Die Beweggründe für einen Verkauf sind ganz unterschiedlich. In jedem Fall gilt es dabei jedoch, wichtige Punkte zu berücksichtigen. Besonders schwierig kann der Prozess werden, wenn es finanziell nicht gut ums Unternehmen bestellt ist. Denn das Vorhaben, eine Gmbh verkaufen mit Schulden ist ein komplexes Unterfangen. Dennoch ist es nicht unmöglich. Und auch, wer eine bereits insolvente GmbH verkaufen möchte, kann dafür durchaus Interessenten finden.
Entscheidende Vorüberlegungen zum Verkauf
Für manche Start-up-Inhaber mag der Verkauf des eigenen Lebenswerks einen zwangsläufigen Schritt darstellen, um sich nicht weiter zu verschulden. Möglicherweise erfüllten sie sich mit der Realisierung der eigenen Geschäftsidee einen lange gehegten Traum, der sich auf lange Sicht nicht als lukrativ genug erwies. Oder der sie nun aufgrund unvorhergesehener Geschäftseinbrüche, nachteiliger Gesetzesänderungen oder sonstiger Schwierigkeiten in den finanziellen Ruin zu treiben droht.
Aus dieser Notlage heraus verkaufen zu müssen, stellt selbstverständlich ganz andere Rahmenbedingungen dar, als wenn jemand ein bestens laufendes Start-up so weit aufgebaut hat, dass sich die Konkurrenz förmlich darum reißt. Wer mit seinem Start-up nicht richtig auf die Beine kommt, kann zunächst auf mannigfache Hilfsangebote zurückgreifen, bevor ein tatsächlicher Verkauf als letzter Ausweg in Betracht gezogen wird.
Zu wertvoll sind die hineingesteckte Zeit, Mühe und Ressourcen, als dass man bei den ersten Tiefschlägen gleich das Handtuch werfen würde. Dennoch mag es aber an diesen Punkt kommen, den Übertrag als beste Lösung zu akzeptieren. Viele Business-Gründer haben ihr Start-up hingegen von Anfang an mit dem Gedanken aufgezogen, es zu gegebener Zeit zu einem guten Preis veräußern zu können und sind damit auch emotional weniger involviert.
Allein der Preis ist nicht entscheidend
Wer sich rein auf den besten Verkaufspreis fokussiert, wird selbstverständlich versuchen, den idealen Zeitpunkt abzupassen und dafür den Markt genauestens im Auge behalten. Im Normalfall bestehen auch schon seit Längerem Kontakte innerhalb der Branche – unter Umständen sogar zu direkten Mitbewerbern–, die im Falle eines tatsächlichen Verkaufs optimal genutzt werden können.
Fakt ist: Es gehört längst zum Alltag von bekannten Großkonzernen, dass diese in Start-ups investieren und all jene Jungunternehmen aufkaufen, die sich wunderbar in die eigene Struktur integrieren lassen und die als besonders zukunftsträchtig gelten.
Man spart sich damit nicht nur viele Risiken, sondern kann auch auf Investitionen in die eigene Forschung und Entwicklung verzichten, da all diese Arbeit von erfolgreichen Jungunternehmen bereits erledigt wurde, die im Idealfall sogar schon über einen soliden eigenen Kundenstamm verfügen. Zudem gewinnt man unbezahlbare Expertise sowie ein wertvolles Netzwerk hinzu.
Wann ist der passende Zeitpunkt und wie lässt sich ein fairer Preis ermitteln?
Erfahrungswerten zufolge bietet sich ein Verkauf dann an, wenn das Start-up noch in der Wachstumsphase ist, an sich jedoch schon sehr vielversprechende Zuwächse erzielt hat und weiterhin großes Potenzial zeigt. Um diesen Moment gut abzupassen und dann auch wirklich erfolgreich einen passenden Käufer zu finden, müssen natürlich schon im Vorfeld die erforderlichen Bande geknüpft werden.
Es ist daher definitiv ratsam, sich schon früh mit Investoren auszutauschen und sich selbst eine optimale Marktkenntnis anzueignen, um den eigenen Wert auch realistisch einschätzen zu können. Das Verfolgen relevanter Pressemeldungen ist dafür ebenso unverzichtbar wie intensives Networking, welches unter Mitwirkenden eines Start-ups allerdings für gewöhnlich sowieso einen sehr hohen Stellenwert innehat.
Wer mit dem Gedanken spielt, zu verkaufen, tut dennoch gut daran, sich über die eigene Recherche hinaus einen neutralen Berater ins Boot zu holen. Dieser hat einen ungetrübten Blick und kann vor allem bei der Preisfindung weitere hilfreiche Aspekte einbringen. Zudem bleibt man als Inhaber oftmals zu sehr auf die eigene Branche konzentriert, obgleich sich auch darüber hinaus durchaus Verkaufsoptionen bieten können. Umso sinnvoller ist daher, all diese Chancen für den Verkauf zusammen mit einem Profi zu durchleuchten, um letztlich die richtige Entscheidung zu treffen.
Welche Verkaufs-Arten stehen zur Diskussion?
Kann letztlich ein Verkauf in die Wege geleitet werden, einigt man sich dabei gleichzeitig auch darauf, ob der Übertrag als sogenannter Asset Deal oder als Share Deal über die Bühne geht. Beim Asset Deal wird jeder einzelne Vermögensgegenstand, der zum Start-up gehört, einzeln gekauft und muss daher auch bis ins Kleinste aufgelistet werden.
Gleichzeitig verbleiben umgekehrt alle Wirtschaftsgüter, die unerwähnt bleiben, automatisch im Besitz des Verkäufers. Hier kann es im Nachhinein zu Ungereimtheiten kommen, weshalb eine fundierte Beratung empfehlenswert ist. Im Gegensatz dazu wird beim Share Deal das Unternehmen als Ganzes erworben, was bedeutet, dass auch sämtliche ausstehende Schulden und Haftungsrisiken auf den Käufer übergehen. Mithilfe zusätzlicher Vertragsklauseln können sich die beiden Parteien allerdings über die konkreten Haftungsregelungen einigen.
Was kann man schon im Vorfeld tun?
Neben den bereits erwähnten Punkten ist ganz entscheidend, dass der Wert des eigenen Start-ups von Anfang an hochgehalten wird, indem Sie dieses bestmöglich versichern. So ist auch im Falle eines Verkaufs gewährleistet, dass der Käufer keine Folgeschäden oder Ansprüche Dritter zu befürchten hat. Dabei sollte unbedingt berücksichtigt werden, dass sich die Struktur und damit einhergehend auch die Rechtsform des Unternehmens über die Jahre ändern kann. Notwendige Anpassungen müssen daher eventuell immer wieder vorgenommen werden, um alles auf dem neuesten Stand zu halten.
Planen Sie Ihre Investitionen zudem entsprechend des vorgesehenen Verkaufsdatums und behalten Sie ebenfalls im Blick, wie Sie Ihre eigenen Mitarbeiter bestmöglich einbinden können, sodass diese im Falle eines Verkaufs unverzichtbar für den Fortbestand der Firma sind und übernommen werden.
STARTSEITE