Panorama

Buchrezension: Peak Performer - Von Leistung, Hochleistung und Lebensfreude

img
@ Image by 1556045 from Pixabay (CC0-Lizenz)

.

Montags Fußballtraining, dienstags Spanischunterricht, mittwochs Geigenunterricht, donnerstags Tennis, freitags Kunststunde am Nachmittag und am Wochenende Wettkämpfe und Konzerte. Viele Kinder haben heutzutage mit Kindergarten, Schule und Nachmittagsaktivitäten mehr Wochenstunden zu verzollen als ihre Eltern. Das beginnt schon bei den Babys mit Pekip, Babyschwimmen und musikalischer Früherziehung und zieht sich dann so durch - einfach mal Kind sein? Fehlanzeige.

Ein Grund, warum ich erst etwas skeptisch war, als ich das Buch „Peak Performer - Von Spitzenleistern lernen, das echte Leben zu meistern“ zum ersten mal in den Händen hielt. Wir brauchen nicht noch mehr, sondern eher weniger Leistungsdruck, so mein Gedanke. Doch das Buch von Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner und den Unternehmern Christopher Spall und Christian Grams zeigt auf, dass es auch einen gesünderen Weg gibt, mit dem Thema Leistung umzugehen. Mit beeindruckenden Geschichten aus den Leben unterschiedlicher Spitzensportler und Unternehmer zeigen sie anschaulich, worauf es wirklich ankommt, um ein Peak Performer zu sein.

Denn um wirklich erfolgreich zu sein, braucht es vor allem ein Gefühl von Sinnhaftigkeit und Freude an dem, was man tut. Anhand unterschiedlicher Beispiele betrachten sie die Zutaten für Erfolg aus verschiedenen Blickwinkeln. 14 Spitzenleister wurden für das Buch interviewt, welches im Dialogstil aufgebaut ist. Dabei wird nicht nur der Ruhm und das Glücksgefühl, nach einem Sieg hervorgehoben, sondern auch die unangenehmen Seiten von Erfolg werden thematisiert.

Das Buch ist sinnvoll gegliedert und beschreibt unterschiedliche Aspekte von Leistung, wie dem Leistungsantrieb, seine Schattenseiten, Grenzen und die Bedeutung von Wettbewerb. Die Autoren beziehen jeweils Stellung, teilen ihre individuellen Meinungen, die gerne auch mal auseinander gehen, lassen dem LeserIn aber offen, ob man dies nun als die eigene Wahrheit annehmen möchte oder nicht. Der Dialog der Autoren wirkt sehr authentisch und nahbar, als wenn an bei dem Gespräch am Tisch dabei sitzt. Die Geschichten, die in dem Buch erzählt werden sind zum Teil sehr spannend, rührend und ergreifend. 

Zwischendurch ist das Buch angereichert mit Zitaten von 24 Peak Performern, was das ganze wohl etwas auflockern soll, manchmal aber etwas irritierend wirkt, weil die Zitate nicht thematisch zugeordnet sondern etwas wahllos platziert worden sind. Etwas fragwürdig ist auch, wie Spitzenleistungen trotz allem als etwas sehr Erstrebenswertes dargestellt werden, das jedermanns Ziel sein sollte und nur die individuellen Ziele und Herangehensweisen sollten sich unterscheiden. Dass jedoch vor allem Kindern auch beigebracht werden sollte, dass sie wichtig und liebenswert sind, ohne etwas besonderes erreichen zu müssen, kommt als Idee gar nicht auf.

Um Kindern und Jugendlichen bereits früh einen gesunden Zugang zum Thema Leistung zu ermöglichen, haben die Autoren gemeinsam mit anderen erfolgreichen Persönlichkeiten die Peak-Performer-Stiftung gegründet, in deren Rahmen sie gemeinnützige Kids Camps und Charity Events anbieten. So sollen die Kids eine Möglichkeit bekommen ihre individuellen Stärken und Interessen zu erkennen und auf spielerische Weise erfahren, wie viel Spaß es machen kann, herauszufinden, was in einem steckt.

STARTSEITE