Außenhandel

Deutsche Exporte im Mai erneut gestiegen - vor allem in die USA

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Chinesischer Exporthafen Bild: AFP

Die deutschen Exporte haben im Mai erneut zugelegt. Vor allem in die USA wurde mehr geliefert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte.

Die deutschen Exporte haben im Mai erneut zugelegt, vor allem in die USA wurde mehr geliefert. Insgesamt wurden Waren im Wert von 137,9 Milliarden Euro aus Deutschland ausgeführt - 0,9 Prozent mehr als im April und 6,1 Prozent mehr als im Mai 2025, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Wirtschaftsverbände zeigten sich erfreut, warnten jedoch vor zu viel Optimismus.

Die Ausfuhren in die USA stiegen im Vergleich zum Vormonat um satte 23,1 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Bereits im April waren die US-Exporte angestiegen, lagen aber weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Mit dem Anstieg im Mai wurde auch das Vorjahresniveau deutlich übertroffen - um 15,4 Prozent.

"Hier wirken sich der Einigungsprozess im sogenannten Turnberry-Deal zwischen der EU und den USA sowie die zwischenzeitliche Verabredung bei Stahl- und Aluminiumderivaten, wie zum Beispiel Maschinen, positiv aus", erklärte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier. Die Rückgänge bei den US-Exporten wegen Donald Trumps Zollpolitik wögen aber weiterhin schwer.

Der Chef des Außenhandelsverbands BGA, Dirk Jandura, vermutet vor allem "Nachhol- und Vorzieheffekte sowie einzelne Großaufträge" statt einer nachhaltigen Erholung des Welthandels. "Entscheidend bleibt der langfristige Trend: Europa schwächelt, die Dynamik verlagert sich auf einzelne Drittmärkte, während geopolitische Risiken und handelspolitische Eingriffe weiter zunehmen."

Der zweitwichtigste Abnehmer deutscher Waren außerhalb der EU war erneut Großbritannien mit 6,7 Milliarden Euro, auch wenn die Exporte dorthin um 0,4 Prozent zurückgingen. Die Lieferungen nach China legten um 7,1 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro zu.

Die Exporte in andere Mitgliedstaaten der EU gingen den Angaben der Statistiker zufolge im Mai um 1,1 Prozent zurück. Mit 78,3 Milliarden Euro gingen aber weiterhin deutlich mehr als die Hälfte der deutschen Ausfuhren in die EU-Partnerländer.

Die Importe nach Deutschland gingen im Mai insgesamt um 2,5 Prozent zurück, auf 118,8 Milliarden Euro. Um denselben Prozentsatz sanken die Importe aus anderen EU-Staaten, die Einfuhren aus Drittländern verringerten sich um 2,6 Prozent. Mit Abstand die meisten Waren (15,1 Milliarden Euro) bezog Deutschland aus China. Aus den USA kamen Waren im Wert von 9,5 Milliarden Euro.

"Die Entwicklung im Mai ist zunächst eine gute Nachricht", resümierte Jandura vom BGA. "Ein genauer Blick zeigt jedoch: Von einer Trendwende kann noch keine Rede sein." Der Welthandel sei "volatiler, politischer und härter umkämpft". Der weitere Jahrespfad der Exporteure bleibe "extrem holprig", erklärte auch Treier von der DIHK. "Umso mehr gilt es, hartnäckig und nachhaltig an der Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Standorte und damit unserer Produkte zu arbeiten."

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