Nach Halloween werden bundesweit immer mehr Fälle von Metallteilen in Schokoriegeln und anderen Süßigkeiten bekannt. Mindestens ein Kind verletzte sich, als es in einen mutmaßlich präparierten Riegel biss.
Eine Welle von Meldungen über Nadeln und andere spitze Metallteile in Halloween-Süßigkeiten gibt bundesweit Rätsel auf. Die Polizei berichtete am Montag aus verschiedenen Bundesländern von entsprechenden weiteren Funden und rief Eltern zu größter Vorsicht bei den von Kindern gesammelten Süßigkeiten auf. Es handelte sich demnach vor allem Schokoriegel und Kaubonbons.
Ermittlungen zu mutmaßlich präparierten Süßigkeiten liefen den Beamten zufolge in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Hessen sowie Thüringen. Mindestens ein Kind verletzte sich: Im niedersächsischen Bremervörde biss eine Neunjährige nach Angaben der Polizei in Rotenburg auf einen mit einer mindestens fünf Zentimeter langen Stecknadel gespickten Schokoriegel, den sie eingesammelt hatte. Sie verletzte sich an der Zunge.
In München biss ein Neunjähriger nach Polizeiangaben vom Montag auf einen mit einer Nadel manipulierten Kaubonbon, der er von einer Sammelrunde am Samstagabend mitgebracht hatte. Er spuckte diese demnach "instinktiv" aus und blieb dadurch unverletzt. Die Kriminalpolizei nahm Ermittlungen auf.
Auch anderswo stießen Kinder und Eltern seit Samstagabend auf in Süßigkeiten steckende Nägel oder Schrauben, ermittelt wird meist wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Hinweise auf Verdächtige gab es nicht. Laut Polizei war in allen gemeldeten Fällen bislang unklar, wo auf den Sammelrunden die Kinder die fraglichen Süßigkeiten genau bekamen.
Nadelfunde gab es unter anderem in Burg auf der Insel Fehmarn und in Holm in Schleswig-Holstein, in den bayerischen Gemeinden Landshut, Vilshofen an der Donau und Obernburg, im baden-württembergischen Filderstadt, Schönberg in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Magdeburg, Osterwieck, und Hermsdorf in Sachsen-Anhalt. Weitere Fälle wurden aus Thüringen, Hessen und Brandenburg gemeldet.
Im rheinland-pfälzischen Mackenbach biss ein Neunjähriger laut Polizei in eine Fruchtgummistange, in der ein Metallnagel steckte. In Umpferstedt bei Weimar in Thüringen wurden laut Polizei bereits am Sonntag Tacker-Nadeln in Kaubonbons gefunden, die zwei elf und zwölf Jahre alte Kinder am Samstagabend zu Halloween gesammelt hatten. Auch diese blieben unverletzt.
In Essen fanden zwei Familien Nadeln in Schokoriegeln sowie in einer Tüte mit Weingummi. Die Familien leben nach Polizeiangaben in unterschiedlichen Stadtteilen. Im nordrhein-westfälischen Werl-Aspe wurde ein an ein Mädchen ausgehändigten Kaubonbon samt Nadel beschlagnahmt. In Kremperheide in Schleswig-Holstein fand sich eine Nadel in der Verpackung eines Riegels.
Bereits am Wochenende waren etliche ähnliche Fälle bekanntgeworden, unter anderem in Bremen und in Hannover. Überall riet die Polizei Eltern, die von Kindern mitgebrachten Süßigkeiten sorgfältig zu prüfen oder gleich zu entsorgen. Sollten Verpackungen etwa mit Einstichstellen oder anderen Auffälligkeiten gefunden werden, sollte diese aufgehoben und der Polizei übergeben werden. Die Beamten rieten auch dazu, auf Verformungen und ungewöhnliches Aussehen zu achten.
