Hamburg

Block-Prozess: Gericht setzt weitere Termine bis Ende Februar 2027 an

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Christina Block vor Gericht Bild: AFP

Im Prozess um die Entführung von zwei Kinder der Steakhauskettenerbin Christina Block sind 15 weitere Verhandlungstermine bis Ende Februar angesetzt worden. Das teilte das Landgericht am Dienstag Hamburg mit.

Im Hamburger Prozess um die Entführung von zwei Kindern der Steakhauskettenerbin Christina Block sind 15 weitere Verhandlungstermine bis Ende Februar angesetzt worden. Das teilte das Landgericht Hamburg am Dienstag mit. Das Verfahren läuft seit Juli 2025, also seit fast eineinhalb Jahren. Block muss sich mit weiteren Beschuldigten wegen der mutmaßlichen Entführung einer ihrer Töchter und ihres Sohnes verantworten. Diese waren ihrem Vater in Dänemark entrissen worden.

Laut Anklage soll Block eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt haben, die Kinder in der Silvesternacht 2023/24 zu entführen. Hintergrund ist ein erbitterter Sorgerechtsstreit zwischen ihr und ihrem ehemaligen Ehemann, bei dem sich die Kinder befanden. Block bestreitet die Vorwürfe.

Die Kinder waren der Anklage zufolge von Maskierten in einem Auto von Dänemark zu ihrer Mutter nach Deutschland gebracht und später der eingeschalteten Polizei übergeben worden. Dänische Gerichte sprachen dem Vater inzwischen das Sorgerecht zu. Zu den Angeklagten in dem Verfahren gehören unter anderem auch ein in Zypern gefasster mutmaßlicher Mitarbeiter der Sicherheitsfirma, ein Anwalt der Familie Block sowie Blocks Lebensgefährte, der frühere Sportkommentator Gerd Delling. Ihm wird Beihilfe zu der Tat vorgeworfen.

Block selbst wird unter anderem Kindesentziehung angelastet. Der von großem Medieninteresse begleitete Strafprozess sorgt immer wieder für Schlagzeilen - unter anderem mündete er in einer Razzia bei dem früheren Präsidenten des Bundesnachrichtendiensts (BND), August Hanning. Es steht der Verdacht im Raum, dass eine von Hanning geleitete Sicherheitsfirma an der Planung eines früheren Entführungsversuchs beteiligt war, der aber nicht umgesetzt wurde.

Erkenntnisse aus der Durchsuchung führten vor etwa einem Monat zur Festnahme Hannings wegen Spionageverdachts. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen Präsidenten des Auslandsgeheimdienstes wegen Auskundschaftens von Staatsgeheimnissen und geheimdienstlicher Agententätigkeit. Er soll nach Ende seiner Amtszeit von seinem weiter beim BND tätigen früheren Büroleiter mit geheimen Informationen versorgt worden sein und diese teilweise weitergegeben haben.

Für Aufsehen sorgte jüngst zudem ein Streit um die vom Gericht angeordnete Beschlagnahmung von Tonaufzeichnungen einer "Zeit"-Journalistin, die kurz nach der mutmaßlichen Entführung vor bald zwei Jahren mit dem Vater und Block-Kindern in Dänemark sprach. Die Journalistin gab die Aufzeichnungen freiwillig heraus, so dass es nicht zu einer Durchsuchung kam. Die "Zeit" sprach von einem Anschlag auf die Pressefreiheit und wehrt sich juristisch.

Das Gericht stuft die Aufzeichnungen, die als Material für einen inzwischen gesendeten Podcast dienten, als potenziell beweiserheblich ein. Der Fall liegt mittlerweile beim Hamburger Oberlandesgericht. Laut Gericht werden die Aufzeichnungen bis zur abschließenden rechtlichen Klärung nicht ausgewertet.

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