Wegen eines starken Anstiegs in der Autoindustrie hat die Industrieproduktion im September zugelegt. Die Unternehmen produzierten 1,7 Prozent mehr als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte.
Wegen eines starken Anstiegs in der Autoindustrie hat die deutsche Industrieproduktion im September zugelegt: Die Unternehmen produzierten insgesamt 1,7 Prozent mehr als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. In den Vormonaten hatte insbesondere die Autoindustrie die Gesamtproduktion belastet, laut Statistikamt lag dies vor allem an Produktionsumstellungen und Werksferien. Im September verbuchten die Unternehmen nun ein Plus von 17,1 Prozent.
Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, erklärte: "Damit zeigt sich nun, dass die Produktionsschwäche in der Kfz-Produktion im Juli und August zu einem spürbaren Teil der besonderen Lage der Sommerferien und Werksferien geschuldet war und der unterliegende Trend etwas besser als von einigen befürchtet war."
Auch ein Anstieg in der Pharmaindustrie um 8,0 Prozent wirkte sich laut Statistik positiv auf das Gesamtergebnis aus. Zuwächse verzeichnete auch die Produktion von Datenverarbeitungsgeräten und chemischen Erzeugnissen. Rückgänge gab es unter anderem im Maschinenbau, der im Vormonat aber stark zugelegt hatte.
"Die Produktionszahlen sind sehr volatil - das macht es schwierig, den zugrundeliegenden Trend in Echtzeit zu identifizieren", erklärte Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. "Die Septemberzahlen deuten auf eine Stabilisierung der Produktion in der Industrie hin." Es gebe aber weiterhin eine "lange Liste an Risikofaktoren, die den Aufschwung in der Industrie beenden könnten".
"Die heutigen Zahlen zeigen, dass die Lieferkettenstörungen infolge des Krieges im Nahen Osten und der niedrigen Wasserstände in diesem Sommer der deutschen Industrie zumindest bislang weniger Schaden zugefügt haben als befürchtet", erklärte der ING-Analyst Carsten Brzeski. Dennoch habe die Dynamik des zweiten Quartals "deutlich nachgelassen". Von einer substanziellen Erholung sei die deutsche Industrie noch entfernt.
Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, die zuletzt deutliche Stimmungsaufhellung in der Industrie, die hohen Auftragsbestände und das Auslaufen von produktionsdämpfenden Sondereffekten sprächen für eine Belebung der Industriekonjunktur zum Jahresende. "Angesichts des nach wie vor schwierigen geopolitischen Umfelds und der zwischenzeitlich erneut deutlich gestiegenen Weltmarktpreise für Energie bleibt die Erholung jedoch mit Risiken behaftet."
Das gesamte Produzierende Gewerbe, zu dem neben der Industrie auch das Baugewerbe und die Energieerzeugung zählt, verzeichnete einen Produktionszuwachs von 0,7 Prozent gegenüber August. Am Bau gab es einen Rückgang um 2,3 Prozent, allerdings hatte es hier im August wegen eines Infrastruktur-Großprojekts einen starken Anstieg gegeben. Die Energieerzeugung sank um 1,2 Prozent.
Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich lag die Gesamtproduktion im dritten Quartal von Juli bis September um 0,4 Prozent niedriger als im zweiten Quartal.
