ÜBERSICHT

Höchststrafe für Mordserie von Berliner Palliativarzt

img
Landgericht Berlin Bild: AFP

Das Landgericht Berlin hat einen Palliativarzt wegen 15-fachen Mordes zur in Deutschland möglichen Höchststrafe verurteilt. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, die besondere Schuldschwere wurde festgestellt und Sicherungsverwahrung angeordnet.

Das Landgericht Berlin hat einen Palliativarzt wegen 15-fachen Mordes zur in Deutschland möglichen Höchststrafe verurteilt. Der 41-jährige Johannes M. wurde am Mittwoch zu lebenslanger Haft verurteilt, außerdem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete die anschließende Sicherungsverwahrung an. Das Gericht zeigte sich nach der Beweisaufnahme überzeugt, dass der Mediziner zwölf Frauen und drei Männer bei Hausbesuchen getötet hatte.

Die Vorsitzende Richterin Sylvia Busch sagte über M., dieser sei ein Serienmörder. Die nun abgeurteilten Mordtaten seien wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Dabei verwies sie auf Telefonate des Mediziners mit seiner Frau, in denen dieser davon gesprochen habe, "schon immer, schon lange" getötet zu haben. Der Fall sei unfassbar, sagte die Richterin. Der Angeklagte habe nicht aus Mitleid getötet, um seinen Patienten Schmerzen zu ersparen, oder aus einer falsch verstandenen Sterbehilfe. Der Mann sei stattdessen bei seinen Taten von einem Gefühl der Macht durchzogen gewesen.

Die Taten wurden zwischen September 2021 und Juli 2024 begangen. Der Mediziner legte bei seinen Hausbesuchen in einigen der Wohnungen Feuer, um seine Taten zu vertuschen. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Es verhängte wie von der Anklage gefordert auch ein lebenslanges Berufsverbot gegen den Mediziner. Die Verteidigung hatte dagegen beantragt, keine Sicherungsverwahrung anzuordnen.

Der angeklagte Arzt war während seiner Taten bei einem auf Palliativversorgung spezialisierten Pflegedienst angestellt, der schließlich Verdacht schöpfte und so die Ermittlungen anstieß. Im Prozess traten mehrere Angehörige der Opfer als Nebenkläger auf. Unabhängig von diesem Prozess wird der Angeklagte verdächtigt, mehr als 70 weitere Patientinnen und Patienten getötet zu haben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dazu laufen noch.

STARTSEITE