Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer hält die Wut ihrer Generation, der sogenannten GenZ, für berechtigt. Das bisherige Versprechen, dass es zukünftigen Generationen einmal besser gehen werde als der vorherigen, sei nicht mehr gegeben, sagte sie.
Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer hält die Wut ihrer Generation, der sogenannten GenZ, für berechtigt. "Die GenZ erlebt heute vieles als Selbstverständlichkeit, was in den vergangenen Jahrzehnten von den Älteren hart erkämpft wurde", schrieb sie in einem am Samstag veröffentlichten Gastbeitrag für die "Neue Osnabrücker Zeitung". "Dennoch ist die Wut da, und sie ist berechtigt."
Das bisherige Versprechen, dass es zukünftigen Generationen einmal besser gehen werde als der vorherigen, sei angesichts einer möglichen Wehrpflicht, des Klimawandels und eines maroden Bildungssystems nicht mehr gegeben, führte Neubauer aus. "Dass sich junge Menschen nun in Deutschland und ganz Europa zu Wort melden, ist nicht nur ihr gutes Recht – es ist regelrecht überfällig", fuhr sie unter Bezug auf die Proteste der vergangenen Wochen in mehreren europäischen Städten fort.
"Mit Blick auf Rente und Sozialstaat glaubt wohl kein junger Mensch mehr, dass der Haushalt für ihn in 40 Jahren noch etwas übrig hat", schrieb Neubauer weiter. Die junge Generation finde sich in einem Land wieder, "in dem die Zukunft kein Versprechen mehr ist, sondern eine Drohung".
Auch in Deutschland waren kürzlich in mehreren Städten zehntausende junge Menschen für ihre Belange auf die Straße gegangen. Dabei kam es vereinzelt auch zu gewaltsamen Ausschreitungen.
Vor dem Hintergrund der Proteste sprach sich Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) dafür aus, das Wahlalter bei Bundestagswahlen von 18 auf 16 zu senken. "Wir brauchen eine politische Kultur, in der junge Menschen selbstverständlich an der Gestaltung ihrer Zukunft beteiligt werden – nicht erst dann, wenn sie lautstark protestieren", betonte er in einem Gastbeitrag für den "Kölner Stadt-Anzeiger".
"Wer mit 16 Jahren bei Europawahlen seine Stimme abgeben darf, sollte auch über die Zusammensetzung des Deutschen Bundestages mitentscheiden können", forderte Burmester. Zugleich verurteilte er die Gewalt bei den Protesten. Das schade auch jenen, die friedlich für ihre Überzeugungen demonstrierten.
