Panorama

Verantwortung rettet Leben

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@ Tama66 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Für die Sicherheit aller im Betrieb ist der Arbeitgeber verantwortlich. Laut Angaben der Versicherer führt jeder 3. Brand in der Industrie zu einem wirtschaftlichen Schaden über 500.000 Euro. Doch dieser Verlust scheint gering, in Anbetracht jedes einzelnen Menschenlebens, das mangelhafter Brandschutz kosten kann.

Die Ursachen für die Entstehung von Bränden sind vielfältig: offenes Feuer und Rauchen, menschliches Fehlverhalten oder technische Defekte. Feuerassoziierten Unglücken vorzubeugen ist Aufgabe des Brandschutzes. Dabei unterscheidet man den baulichen, den anlagentechnischen und den organisatorischen Brandschutz.

Beim Bau an später denken

Baulicher Brandschutz beinhaltet die Verwendung zugelassener Baustoffklassen in Bezug auf ihre Brennbarkeit. Verwendet werden dürfen nicht bis schwer brennbare Baustoffe wie Kies, Ziegel, Glasfaser- oder Korkerzeugnisse.

Brandschutzschalter unterbrechen bei Kurzschlüssen die Stromversorgung.

Fenster und Glasflächen müssen feuerfest und hitzebeständig sein. Modernes Brandschutzglas bietet zahlreiche Vorteile im Vergleich zu herkömmlichem Verbundglas. Es ist leichter, weist eine höhere Hitzebeständigkeit auf und ist auch als One-way-vision erhältlich. Es verhindert die Ausbreitung von Bränden und ein Übergreifen auf andere Gebäudeteile. Im Zweifelsfall lässt sich so der Schaden auf einen Bruchteil begrenzen.

In öffentlichen Gebäuden schreibt der Gesetzgeber gegen Hitzeeinstrahlung und Feuer gesicherte Fenster vor. Manche Versicherungen belohnen aktive Brandschutzbemühungen durch Rabatte, Prämien, Zuschüsse oder niedrigere Beiträge.

Brandschutz- und Schallschutzglas ist auch für private Bauherren interessant, angesichts des erhöhten Sicherheitsgefühls, das es bedingt. Vor allem produzierende Gewerbe profitieren aber durch Einhaltung baulicher Auflagen und mittelbar durch finanzielle Einsparungen.

Detektion, Löschanlagen und Brandschutzkonzept

Anlagen zur Branddetektion sind Feuermelder. Sie sind in allen öffentlichen Gebäuden und in einigen Bundesländern in privaten Wohnräumen vorgeschrieben.

Löschanlagen werden in selbsttätig und nicht selbsttätig unterschieden. Eine nicht selbsttätige Löschanlage muss manuell bedient werden, zum Beispiel ein Feuerlöscher oder eine Löschdecke. Feuerlöscher löschen mithilfe von Schaum oder Kohlendioxid. Schaumfeuerlöscher richten geringe Folgeschäden an und bekämpfen Brandherde sehr gezielt. Kohlendioxid Feuerlöscher leiten keinen Strom und eignen sich daher besonders für Brände durch technische Geräte. Die Löschung verursacht keinerlei Rückstände.

Selbsttätige Löschanlagen sind Gaslösch- oder Sprinkleranlagen. Im Brandfall werden sie automatisch in Betrieb gesetzt und verhindern neben Brandschutzglas, -türen und -wänden eine Ausbreitung.

Die baulichen und anlagentechnischen Einrichtungen werden durch den organisatorischen Brandschutz ergänzt. Dieser beinhaltet - in Abhängigkeit der jeweiligen Landesbauverordnung und Sonderbauverordnungen - die Ernennung eines Brandschutzbeauftragten. Dieser ist für die ordnungsgemäße Umsetzung des Brandschutzkonzeptes verantwortlich.

Ein Brandschutzkonzept beinhaltet:

• Fluchtpläne mit ausgewiesenen Fluchtwegen, einschließlich Notbeleuchtung und Sammelpunkten außerhalb der Gebäude. Ein Leitfaden zum Verhalten im Brandfall ruft die wichtigen Schritte in Erinnerung.

• Leitfäden dienen jedem Mitarbeiter als Orientierung, um Brandschutz eigenverantwortlich in den Arbeitsalltag zu integrieren; z. B. keinen dauerhaften Standby-Modus elektrischer Geräte, auf deren Belüftung und regelmäßige Wartung achten. Nicht mehrere Mehrfach-Steckdosen hintereinander schalten.

• Lagerfläche für leicht brennbare Abfälle außerhalb der Gebäude einrichten.

• Feuergefährliche Arbeiten müssen vom Brandschutz beaufsichtigt werden.

• Nicht brennbare Unterlagen für Wasserkocher und Kaffeeautomaten verwenden.

• Auch die Ausbildung von Brandschutzhelfern ist Bestandteil des Brandschutzkonzeptes. Arbeitsschutzgesetz und die gesetzliche Unfallversicherung geben vor, dass ein Betrieb mindestens 5 % seiner Mitarbeiter zu Brandschutzhelfern ausbilden muss. Eine jährlich stattfindende Unterweisung der Mitarbeiter kann diese für die Gefahren sensibilisieren. Ziel ist souveränes Verhalten im Brandfall zu gewährleisten.

Es gibt zahlreiche Ansätze und günstige Methoden den Brandschutz im eigenen Unternehmen mit wenigen Mitteln zu verbessern.

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